Risikofreude
Profis glauben wieder an Aktien

Internationale Vermögensverwalter interessieren sich wieder stärker für Aktien. Nach den US-Präsidentschaftswahlen sei die Unsicherheit an den Kapitalmärkten gewichen, interpretiert David Bowers, Chef-Investmentstratege bei Merrill Lynch, die November-Umfrage der Investmentbank unter 302 führenden Fondsmanagern.

rez FRANKFURT/M. In diesem Monat zeigen sich die Vermögensverwalter wieder risikofreudiger und verstärken ihre Vorliebe für Aktien zu Lasten von Bonds. Jetzt arbeiten die Fondsmanager an ihrer Anlagestrategie für 2005. „Auch wenn sich die meisten weiter über das globale Wachstum, Firmengewinne und den Wert des US-Dollars sorgen, müssen sie ihre hohen Bargeldbestände bald investieren. Da sie Anleihen nach wie vor für zu teuer halten, dürften sie sich bald stärker den Aktien zuwenden“, sagt Bowers.

Zwar erwarten fast die Hälfte der Befragten, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr abschwächen wird. Doch auf Grund der relativ hohen Bewertungen von Bonds gegenüber Aktien gewichteten die Profis Dividendentitel über, sagt Bowers. Inzwischen halten gut zwei Drittel der Fondsmanager Anleihen für überteuert, nach 58 Prozent im Oktober. Aktien sehen die meisten hingegen insgesamt als fair bewertet an.

Nach Regionen haben die Vermögensverwalter inzwischen Titel aus der Euro-Zone am stärksten übergewichtet und favorisieren ferner weiterhin Aktien aus Schwellenländern sowie aus Japan. Im Hinblick auf Sektoren behalten die Fondsprofis trotz des Wachstumspessimismusses ihre Vorliebe für die konjunkturabhängigen zyklischen Aktien bei: Sie gewichten Energie-, Grundstoff- und Industrietitel stark über. Außerdem gefallen ihnen die Dividenden starken Telekom-Werte. Unbeliebt bleiben die Sparten Automobil, Einzelhandel und Verbrauchsgüter.

Trotz des jüngsten Kursanstiegs des Euro-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar zeigen sich die Fondsprofis optimistisch gegenüber dem Euro und pessimistisch gegenüber dem US-Dollar; folglich gewichten sie den Euro über und den Greenback unter. Die Bargeldpositionen in den Portfolios sind seit Oktober leicht auf durchschnittliche 4,6 Prozent gestiegen.

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