Riskante Wetten
Kleinanleger zocken mit Anleihen der Schuldenstaaten

Weil sichere Anlagen nur geringe Renditen bringen, schauen sich viele Kleinanleger nun nach Alternativen um. Dabei setzen sie auf Aktien, aber auch vor Anleihen hochverschuldeter Staaten schrecken sie nicht zurück. Nach einer Umfrage ist die Risikobereitschaft deutlich gestiegen.
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FRANKFURT. Deutsche Privatanleger gehen höhere Risiken ein. Sie setzen verstärkt auf Aktien und kaufen Anleihen europäischer Schuldenstaaten. Innerhalb der Eurozone waren im November Anleihen aus Griechenland gefragt, gefolgt von Irland, Portugal und Spanien. Das ist das Ergebnis einer Studie der Direktbank Comdirect.

Nach Ansicht von Experten ist es der Mangel an Alternativen, der die Anleger in riskantere Papiere treibt. Eine vergleichsweise sichere Anlage wie die zehnjährige Bundesanleihe wirft derzeit eine Rendite von nur drei Prozent ab. Das reicht vielen Anleger nicht. "Zwei Faktoren sind für den derzeitigen Anlagetrend entscheidend", sagt Malte Rubruck von Comdirect. "Zum einen bieten die als sicher eingestuften Zinsanlagen wenig attraktive Renditen. Zum anderen vertrauen die Privatanleger auf den Euro und den Rettungsschirm", sagt Rubruck. "Investoren steigen deshalb gezielt bei den Anleihen der Wackelkandidaten ein."

Dass die Risikobereitschaft der Investoren deutlich gestiegen ist, belegt auch eine Umfrage der DZ Bank. In Zusammenarbeit mit TNS Infratest hat die Bank mehr als 1 000 Anleger in Deutschland gefragt. Danach erklären 33 Prozent der Anleger, dass sie bereit seien, für eine höhere Rendite Risiken bei der Geldanlage einzugehen.

"Im aktuellen Niedrigzinsumfeld suchen Anleger verstärkt nach renditestärkeren Anlagealternativen", sagt Peter Schirmbeck, Leiter des Privatkundengeschäfts der DZ Bank. Im Mai war der Anteil risikobereiter Anleger mit 25 Prozent deutlich niedriger.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

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