Rohstoff-Boom
Wasser-Investitionen auf Umwegen

50 Liter für eine Orange, 40 000 Liter für ein Auto: Der weltweite Wasserverbrauch ist schon jetzt gigantisch, bis 2025 soll er noch um weitere 40 Prozent steigen - Wie auch Anleger vom Boom des Rohstoffes profitieren können.

DÜSSELDORF. Klirrend fallen die Eiswürfel ins Glas. "Wenn das so weiter geht, werden die Eiswürfel noch teurer als der Bourbon", murmelt Jürgen Hahn während er den Woodford Reserve über das gefrorene Wasser gießt - immerhin kostet ein Glas 5,50 Euro. Der Inhaber der Szene-Bar Lülü in der Düsseldorfer Altstadt ist zwar kein Rohstoff-Experte, doch bringt er mit diesem Satz die Erkenntnis zahlreicher Studien auf den Punkt.

Die Vereinten Nationen (UN) erwarten, dass Landwirtschaft (70 Prozent Anteil), Industrie (22 Prozent) und private Haushalte (8 Prozent) im Jahr 2025 bis zu 40 Prozent mehr Wasser beanspruchen als heutzutage. Die Aufzucht einer Orange benötigt etwa 50 Liter und der Bau eines Autos kann gar 400 000 Liter verschlucken. Hans Peter Portner, Manager des Pictet Fund prognostiziert für die Wasser-Branche jährliche Wachstumsraten von bis zu 8 Prozent; Sachs sogar 15 bis 25 Prozent.

Zwar besteht der Großteil unserer Erdoberfläche aus Wasser, doch davon sind 97 Prozent Salzwasser. Nur unter hohem Energieaufwand wird es durch Entsalzung trinkbar. Und der Rest von drei Prozent ist zum Großteil in Form von Eis gebunden oder verschmutzt. Doch es ist nicht nur die Knappheit, die das kühle Nass zum "blauen Gold" des 21. Jahrhunderts werden lässt.

Auch die nötigen Investitionen in die Distribution sorgen für Kapitalbedarf. Zum einen verbrauchen die aufstrebenden Nationen wie China oder Indien mehr Wasser und stecken daher auch mehr Geld in dessen Infrastruktur; zum anderen stammt die Infrastruktur zahlreicher Großstädte der westlichen Industrienationen teilweise aus dem 19. Jahrhundert und bedarf daher der Erneuerung.

So sollen beispielsweise wegen Lecks in den alten Rohren Londons bis zu 50 Prozent einfach versickern. Auch in den USA ist der Investitionsstau in Sachen Infrastruktur hoch. Landesweit verrinnen etwa 20 Prozent des geförderten Wassers. Die Schätzungen für die in den kommenden zwanzig Jahren notwendig werdenden Investitionen liegen zwischen 500 Mrd. und einer Billion US-Dollar.

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