Rolle der Ökonomen
Volkswirte bestimmen die Marktprognosen

Frührer fristeten sie ein Schattendasein, heute sind sie gefragter denn je: Bei der Beratung von Investoren, Top-Kunden und Journalisten haben Ökonomen die Rolle von Anlagestrategen und Analysten übernommen. Ihre Aussagen zu Zukunft und möglichen Konsequenzen sollen Wege aus der Krise aufzeigen. Doch einig sind sich die Ökonomen dabei nicht.

FRANKFURT. Die neue Prominenz kommt manchem eher suspekt vor: "Wenn Volkswirte plötzlich so sehr im Mittelpunkt des Interesses stehen, dann muss es um die Märkte schlimm bestellt sein", sagt Dario Perkins von ABN Amro in London nicht ohne süffisanten Unterton. In der Tat zeichnet sich bei den Prognosen, die in diesen Tagen allerorts zur Marktentwicklung im kommenden Jahr verkündet werden, ein Paradigmenwechsel ab.

Standen bei solchen Gelegenheiten früher Anlagestrategen und Analysten an vorderster Front, um Investoren, Top-Kunden und Journalisten ihre Empfehlungen für das kommende Jahr zu präsentieren, so führen sie diesmal ein Schattendasein. Stattdessen dominieren diejenigen, die sonst wegen ihrer als trocken und manchmal gar praxisfern verschrieenen Materie im Hintergrund standen. "Mit herkömmlichem Handwerkszeug ist im Moment wenig auszurichten, weil es zur jetzigen Finanzkrise nichts Vergleichbares aus der Vergangenheit gibt, das zu Rate gezogen werden könnte", sagt Holger Fahrinkrug, Chef-Volkswirt der WestLB.

Der Grund dafür ist naheliegend: Viele Investoren suchen in der aktuellen Krise zuallererst eine Einschätzung, an welchem Punkt man steht und was noch drohen könnte. Deswegen ist die Expertise der Ökonomen derzeit so gefragt. Einen Unterschied zur Zunft der Strategen und der Analysten gibt es indes nicht: Die Aussagen zu Zukunftsaussichten und deren Konsequenzen gehen hier ebenso weit auseinander wie bei den Kollegen.

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