Rückbesinnung auf Kernaktivitäten begeistert Börse
Mischkonzerne bieten Kurschancen

Lange haben die Linde-Aktionäre auf diese Nachricht gewartet: Als der Vorstand vor wenigen Wochen den Verkauf der Kältetechniksparte bekannt gab, legte der Aktienkurs binnen Stunden um rund fünf Prozent zu. Die Gewinne seien durchaus berechtigt gewesen, meinen die Analysten. „Die Abspaltung hat der Aktie wieder Luft verschafft“, erklärt Michael Riedel von der Bankgesellschaft Berlin.

HB DÜSSELDORF. Langfristig räumt er dem Papier sogar noch mehr Potenzial ein – falls der Konzern sich auf das Gasgeschäft konzentriert und von der Fördertechnik trennt.Denn seitdem Schlagworte wie „Kernkompetenz“ immer mehr in den Fokus der Analysten und Anleger rücken, sind Mischkonzerne an der Börse eher unbeliebt. Komplizierte Unternehmensstrukturen fallen aus den gängigen Bewertungsmodellen, die Risiken sind nur schwer kalkulierbar und vergleichbare Firmen rar gesät. Daher werden die Aktien solcher Unternehmen meist mit einem so genannten Konglomeratsabschlag gehandelt. „Anleger können diese Abschläge aber durchaus als Chance betrachten“, sagt Horst Soulier von der Landesbank Baden-Württemberg. Denn wo immer sich eine profitable Abspaltung andeutet, bieten sich lukrative Chancen. Dabei seien vor allem Konzerne interessant, die auf sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern aktiv sind. „Wenn Synergieeffekte fehlen oder margenschwache Sparten das Gesamtergebnis belasten, sind Verkäufe umso effizienter“, erklärt der Analyst.

Bei Vivendi Universal liegt der Abschlag zurzeit sogar bei gut 20 Prozent. Auch dies könnte sich allerdings bald ändern. So rechnet Florian Leinauer von Helaba Trust damit, dass sich das französische Unternehmen noch im laufenden Jahr von „zahlreichen Randaktivitäten“ wie Kenya Telecom oder Veolia Environment trennen wird. Trotz der Dementis vom Management wird auch über einen kompletten Verkauf der Telekomaktivitäten spekuliert. „Durch die Kombination aus Medien- und Telekomgeschäft entstehen kaum Kostenvorteile“, erklärt Leinauer.

Er hält die Aktie bei dem aktuellen Preis von rund 22 Euro zwar für fair bewertet. „Sollte es aber tatsächlich zu Abspaltungen kommen, sind Kursgewinne von zehn bis 20 Prozent realistisch.“

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