Sal.-Oppenheim-Banker im Interview
„Der Zeitpunkt ist gut, um Aktien zu kaufen“

Die mögliche Zinswende schreckt Anleger weltweit. Volkswirt Martin Moryson und Anlagestratege Lars Edler von Sal. Oppenheim erklären, warum Aktien erste Wahl bleiben, Gold und Anleihen aber ziemlich riskant sind.
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Herr Moryson, Sie sind erst seit Anfang des Jahres von der HSH Nordbank, einer Krisenbank, zu Sal. Oppenheim gewechselt – und gleich in den nächsten Umstrukturierungsprozess geraten. Wie fühlt sich das an?
Martin Moryson (lacht): Wissen Sie, die HSH ist der größte Schiffsfinanzierer der Welt. Ich habe dort große Reedereien in punkto Risikomanagement beraten. Die Turbulenzen auf dem Schiffsmarkt sind bekannt. Ich denke, ich kann Risiken gut einschätzen und fühle mich daher sehr wohl bei Sal. Oppenheim...

Das sind gute Voraussetzungen. Denn im Zuge von Umstrukturierungen müssen 330 Mitarbeiter bei Oppenheim gehen. Zudem wird der Bereich Family Offices abgetrennt und mit dem Wilhelm von Finck Deutsche Family Office verschmolzen. Manche Kunden befürchten, Oppenheim könnte bald ganz vom Markt verschwinden…
Lars Edler: Diese Bedenken sind unbegründet. Zudem wissen unsere Kunden, wo sie sind. Sie haben sich bewusst für diese Privatbank entschieden. Und als solche nutzen wir im Back-Office-Bereich künftig stärker Dienstleistungen der Deutschen Bank.

Wie unabhängig sind Sie denn noch von der Deutschen Bank?
Edler: Bei unserem Investitionsprozess bleiben wir eigenständig. Dafür steht unser Vorstandschef Wolfgang Leoni mit seinem Namen. Auch in den Portfolios unserer Kunden werden Sie nicht übermäßig Produkte von der Deutschen Bank finden. Die Unabhängigkeit gilt auch bei der Beratung.

Was haben Ihre Kunden eigentlich von der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank?
Edler: Wie gesagt, wir können den Back-Office-Bereich stärker nutzen. Zudem ist die Deutsche Bank ein Global Player. Das hilft uns, unseren Investmentprozess auch international zu vermarkten.

Herr Moryson, reden wir übers Geld. Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist viel von einer „Zinswende“ zu lesen. Was halten Sie davon?
Moryson: Es war schon immer klar, dass es zu einer Zinswende kommen wird. Die Zinsen können ja nicht ewig bei null bleiben. Voraussichtlich wird die Fed als erste Notenbank die Zinsen erhöhen, gefolgt vom Euroraum. Japan wird erst später nachziehen. Dafür hat die amerikanische Notenbank eine Art Fahrplan bekannt gegeben. Die Leitzinsen sollen nicht steigen, bevor die Arbeitslosigkeit den Schwellenwert von 6,5 Prozent unterschreitet. Danach wird nicht automatisch erhöht, sondern dann beginnt erst die Debatte.

Kommentare zu " Sal.-Oppenheim-Banker im Interview: „Der Zeitpunkt ist gut, um Aktien zu kaufen“"

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  • Na wie gut das Sie Anonym und wegen Insiderhandel nicht in den Knast kommen... Solarworld ist ein heißes Eisen...
    ohne Insiderkenntnisse aber mit gesundem Menschenverstand

  • besser wäre:

    „Der Zeitpunkt ist gut, um Aktien hochzupuschen“

  • Solarworld hat als einziges Solarunternehmen die Technologie und Möglichkeiten um mit den derzeitigen Entwicklungen auf dem Markt für Solarmodule mithalten zu können. Dieses Unternehmen wird sich langfristig durchsetzen. Hier ist was zu holen.

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