Schlusslichter im Fokus
Börse: Wette auf die Nachzügler

Der Dax scheint unverwüstlich zu sein. Während viele Experten auf den Einbruch warten, kletterte Deutschlands wichtigster Aktienindex zuletzt einfach weiter. Nicht mehr so rasant wie im Frühjahr, dafür stetig. Die gute Nachricht: Es gibt noch Aktien, die von den kräftigen Kursgewinnen so gut wie nichts abbekommen haben - und jetzt in den Fokus der Investoren rücken könnten.

FRANKFURT. Im vergangenen halben Jahr legte der Dax mehr als 40 Prozent zu auf rund 5 700 Punkte. Viele Anleger fragen sich, ob es lohnt, jetzt noch einzusteigen. Und falls ja, welche Aktien sie sich genauer anschauen sollten.

"Wir suchen vernachlässigte Gesellschaften, die nicht groß in den Medien auftauchen, über die nicht viel gesprochen wird und an denen die Rally bislang vorbei gegangen ist", sagt Andy Kastner, Leiter für europäische Aktien der Schweizer Bank Julius Bär. Auch Andreas Utermann, Chefaktienstratege von Allianz Global Investors, sucht nach Aktien, die besser sind, als der Kurs vermuten lässt. "Für uns sind Aktien interessant, die noch nicht so stark gestiegen sind und gleichzeitig solide Bilanzen, eine starke Marktposition und eine hohe Dividendenrendite aufweisen."

In Dax, MDax und TecDax findet sich so manche Aktie, die ins Raster passen könnte. Der Pharmakonzern Merck etwa, der Parfumhersteller Douglas oder das Agrarunternehmen K+S. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass sich gerade defensive Aktien wie Merck oder Douglas Ende Februar, als die Kurse der meisten Papiere abstürzten, vergleichsweise gut gehalten hatten.

Aber nicht nur Vorzeigeunternehmen, sondern gerade solche Firmen könnten einen Blick wert sein, die unter der Finanzkrise schwer gelitten haben. Gelingt etwa die Entschuldung im Zuge einer erfolgreichen Kapitalerhöhung, können die entsprechenden Aktien viel gewinnen. "Eine solche Strategie ist risikoreicher. Aber nur wer schneller ist als andere, erzielt überdurchschnittliche Renditen", sagt Kastner. Man müsse den Mut haben, sich anders als die Masse zu positionieren.

Große Namen spielen für Kastner keine Rolle. Als Beispiel nennt er den Telekomsektor. Hier setzte er bereits vor Wochen nicht auf den Branchenprimus Deutsche Telekom, sondern auf Freenet. "Bei Freenet hat uns die Restrukturierung überzeugt. Die Aktie war extrem günstig, seit unserem Einstieg hat sich ihr Wert vervierfacht."

Seite 1:

Börse: Wette auf die Nachzügler

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%