Schon 2005 könnten in Deutschland erste Fonds nach US-Vorbild auf den Markt kommen
Regierung befürwortet Immobilienaktien

In Deutschland rückt die Einführung von Immobilienaktien nach dem Vorbild US-amerikanischer Real Estate Investment Trusts (Reits) näher. „Sollte das Ministerium das Okay geben, könnten Reits in Deutschland noch 2005 kommen“, sagte der Ministerialrat des Bundesfinanzministeriums, Uwe Wewel, gestern in Frankfurt. Bis spätestens Anfang 2005 soll eine Studie über die Folgen des neuen Anlageprodukts für den Haushalt vorliegen.

FRANKFURT/M./DÜSSELDORF. Seit jüngst der Deka-Immobilienfonds wegen Mittelabflüssen in Liquiditätsprobleme geraten ist, wird der Ruf nach Einführung von Reits in Deutschland lauter. Der Vorteil der Reits gegenüber offenen Immobilienfonds: Bei den an der Börse gehandelten Reits ergibt sich der Kurs aus Angebot und Nachfrage. Verkaufen Anleger im großem Stil ihre Anteile, macht sich dies in Kursabschlägen, nicht aber in der Finanzlage der Reit-Gesellschaft bemerkbar. Offene Fonds berechnen dagegen den Wert ihrer Anteile auf Basis der im Fondsdepot enthaltenen Vermögensgegenstände (Immobilien, Anleihen, Barguthaben etc.).

Außerdem nehmen sie ihre Anteile grundsätzlich ohne Kündigungsfrist täglich zurück. Das heißt, trennen sich die Anleger von ihren Anteilen, zahlt sie der Fonds zu Lasten der eigenen Liquidität aus. Bei einem offenen Immobilienfonds kann das im Extremfall dazu führen, dass das Management Objekte aus dem Bestand verkaufen muss, um die Rückflüsse finanzieren zu können. Im schlimmsten Fall muss die Fondsgesellschaft sogar die Notbremse ziehen und die Rücknahme aussetzen.

In Europa gibt es Reits bereits in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Luxemburg. In Großbritannien steht die Einführung bevor, in Finnland und Italien wird sie vorbereitet.

Mit seiner Äußerung kommt Wewel den Banken entgegen, die die Reits so schnell wie möglich auf den Markt sehen wollen. „Man muss jetzt anfangen. Die Dynamik ist da“, sagt etwa Klaus D. Droste, Managing Director der Deutschen Bank und einer der Wortführer der Initiative Finanzplatz Deutschland (IFD), eines Zusammenschlusses von Banken, Verbänden und Politikern.

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