Schutz vor Inflation
Gold behält seinen Wert

Der Goldbarren ist der Inflationsschutz schlechthin. Gerade jetzt, wo Anleger mit Bonds reale Verluste einfahren, weichen sie häufiger auf Gold aus. Manche Experten erwarten weitere Preissteigerungen für das Edelmetall.
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FrankfurtGold ist ein guter Schutz gegen Geldentwertung. Das hat die Vergangenheit immer wieder bewiesen. Vor allem dann, wenn die Realzinsen, also Zinsen abzüglich der Inflation, negativ waren. „Genau diese Situation haben wir heute“, sagt Emmanuel Painchault, Rohstoffexperte beim Anlageverwalter Edmond de Rothschild. „Und das ist positiv für den Goldpreis.“ Die Rechnung ist einfach: Eine zweijährige Bundesanleihe beispielsweise wirft noch 0,2 Prozent Rendite ab, abzüglich der Inflation von jetzt 2,6 Prozent im Euroraum verliert der Anleger real 2,4 Prozent pro Jahr.

Im laufenden Jahrtausend sieht die Metall-Bilanz dagegen sehr gut aus. Der Preis hat sich in der Spitze fast verachtfacht. Vom Top bei über 1 900 Dollar je Unze im vergangenen Jahr ist er allerdings auf knapp über 1 600 Dollar zurückgefallen. „Momentan bin ich ein wenig vorsichtig, denn kurzfristig orientierte Händler bestimmen die Preistendenz. Aber die Marke von 1600 Dollar sollte eine gute Unterstützung bieten“, sagt Painchault.

Manche Experten erwarten für den Goldpreis nach einer Verschnaufpause weitere Preissteigerungen. „Die Marktbereinigung bietet die Möglichkeit zu günstigen Zukäufen“, urteilt etwa der Ökonom Eberhard Unger von der Analysegesellschaft Fairesearch. Er pocht auf die ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken, die „mit frisch gedrucktem Geld den Aufkauf von Staatsanleihen in Billionenhöhe finanzieren“. Historische Vergleiche zeigen, „dass solche Situationen stets zu einem Anstieg der Inflationsraten führten“. Außerdem drohten Staatspleiten, während Gold kein Ausfallrisiko habe.

Mit Preisprognosen wollen sich viele Analysten nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der Rothschild-Stratege sieht das Metall in diesem Jahr in der Spanne von 1 600 bis 2 000 Dollar. Auch Philip Klapwijk vom Metall-Beratungsunternehmen GFMS hält die runde 2 000er-Marke zum Jahresende für denkbar.

Wenn Anleger auf den Gold-Zug aufspringen wollen, haben sie mehrere Möglichkeiten. Die klassische Variante sind Goldbarren und Goldmünzen. Das hat auch Unger im Kopf, wenn er wegen seines Inflations-Szenarios empfiehlt: „Der physische Besitz von Gold schützt vor drohenden Verlusten.“

Darüber hinaus können Anleger über Wertpapiere verbrieftes Gold kaufen, wenn ihnen der Zugriff auf das Metall im eigenen Banksafe oder zu Hause weniger wichtig ist. Hier liegen die Vorteile in der schnellen Orderabwicklung und relativ geringen Gebühren. Der Anleger muss sich jedoch gut informieren, weil diese Papiere sehr unterschiedlich konstruiert sind.

Eine andere Möglichkeit bieten Aktien von Goldfördergesellschaften. Hier geht der Käufer allerdings zusätzlich ein Unternehmensrisiko ein. In der Fonds-Variante und damit einer Mischung solcher Branchentitel kann er zumindest das Einzelfirmenrisiko ausschalten.

Es gibt aber auch Risiken für den Goldpreis. Das wären beispielsweise steigende Zinsen ohne Inflationsangst oder eine allgemeine Verkaufswelle wie im Jahr 2008.

Kommentare zu " Schutz vor Inflation: Gold behält seinen Wert"

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  • @Haselmaus
    Hallo Haselmaus,
    dann wären alle Patentanmeldungen sinnlos, wenn man nach Ihrer Meinung gehen sollte? Warum sollte dieser Patentantrag, wie viele andere, Realität werden?

  • @Roland

    @Haselmaus
    Sie sollten sich tatsächlich die Patent-Veröffentlichung beim DPMA unter dem Aktenzeichen: 10 2010 048 112A1 ansehen.
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    Eigenwerbvung? pfui pfui pfui...
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    "Wir betrachten die Patentanmeldung nicht als Spinnerei"
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    Das tut keiner der sich diese Arbeit und Kosten aufhalst... der Motivator ist ja gerade der "Glaube" an die eigene "Genialität". Meist fehlt eben nur der pekuniäre Teil für das Gedankenmonstrum.
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    "weil der Anmelder bereits ein Experiment mit einem Forschungsinsitut vorbereitet."
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    Das hat keinerlei Aussagekraft!
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    Warum sollte das unmöglich sein?
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    Wenn es möglich wäre, hätte man es bereits umgesetzt oder ein großer Investor hätte das Patent gekauft um realisiert. Da dies nachweislich nicht der Fall ist, glauben eben nur 2 daran unter anderem Sie... und ein Forschungsinstitut scheint in diesem Falle zu Forschungsgelder zu bekommen.
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    Jeder Patentantrag müsste dann der Spinnerei zugeordnet werden?
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    Ihre subjektive Mutmaßung...
    aber der "Glaube" versetzt bekanntlich "Berge"
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    Seien Sie der Gegrüßte
    - Haselmaus -

  • @Haselmaus
    Sie sollten sich tatsächlich die Patent-Veröffentlichung beim DPMA unter dem Aktenzeichen: 10 2010 048 112A1 ansehen. Wir betrachten die Patentanmeldung nicht als Spinnerei, weil der Anmelder bereits ein Experiment mit einem Forschungsinsitut vorbereitet. Warum sollte das unmöglich sein? Jeder Patentantrag müsste dann der Spinnerei zugeordnet werden?

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