Schweiz Ski-Resort verdient mehr Geld ohne Schneefall

Nach drei Jahren grüner Weihnachten verdienen einige Schweizer Skigebiete mehr Geld im Juli als im Dezember. So hat sich der Aktienkurs eines börsennotierten Ski-Gebiets in ein paar Jahren verdreifacht.
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Blick auf eine geschlossene Skipiste in der Schweiz: Einige Skigebiete in dem Land verdienen mehr Geld im Juli als im Dezember. Quelle: dpa
Skigebiet

Blick auf eine geschlossene Skipiste in der Schweiz: Einige Skigebiete in dem Land verdienen mehr Geld im Juli als im Dezember.

(Foto: dpa)

BernHans Grüter hat mit der Tatsache, dass weniger Schnee in seinem Skigebiet fällt, auf jeden Fall kein Problem Der ehemalige Banker besitzt knapp elf Prozent der Bergbahnen Engelberg Trübsee Titlis AG. Das Unternehmen betreibt eines der wenigen börsennotierten Ski-Resorts der Schweiz am Fuße des 3238 Meter hohen Bergs Titlis.

In den vergangenen 18 Monaten sah die Aktie nicht gerade wie eine Sieger-Wette aus. Das Ergebnis wurde belastet von einem starken Franken, strengeren Visa-Anforderungen für Chinesen und einem Mangel an Schnee über Neujahr. Doch Grüter nimmt eher eine langfristige Sichtweise ein. Diese Strategie hat sich bezahlt gemacht. Schließlich verdreifachte sich der Kurs seit 2009, als er das erste Mal die Aktie kaufte. Das ließ den Wert seiner Beteiligung auf rund 23 Millionen Franken anschwellen.

Anfangs habe er die Aktie fast aus Wohlwollen gekauft, doch seitdem sei der Kurs stark angestiegen, sagt er in einem Interview mit Bloomberg. Der Betrieb eines Skigebiets sei teuer, die Sommersaison profitabler.

Ähnlicher Meinung ist auch Norbert Patt, Geschäftsführer von Engelberg Trübsee. Zwar stehen die Winteraktivitäten hinter etwas mehr als der Hälfte der Umsätze, doch sie tragen nur rund 35 Prozent zu den Gewinnen bei. Der Rest geht auf das Konto von Sommer-Touristen aus Übersee, Wanderer und anderen Nicht-Ski-Besuchern, die Geld für Unterkünfte, Mahlzeiten und Aktivitäten wie Biketouren und Klettersteige ausgeben.

Das runderneuerte Portfolio von Warren Buffett

MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
L&S

+0,50 +0,51%
+98,47€
Chart von MONSANTO CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Monsanto
1 von 49

Der Zeitpunkt war günstig: Kurz vor der geplanten Übernahme durch den deutschen Chemieriesen Bayer stieg Buffett im vierten Quartal 2016 bei dem US-Saatgutkonzern Monsanto ein. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kaufte acht Millionen Papiere des Konzerns. Die anstehende Übernahme durch Bayer könnte die Kurse weiter steigen lassen.

Buffetts Anteile: 8,04 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: unverändert

SIRIUS XM HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,001

WKN
ISIN
US82968B1035
Börse
L&S

+0,01 +0,22%
+5,07€
Chart von SIRIUS XM HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,001
Sirius XM
2 von 49

Aufgestockt (5/6)

Sirius XM ist ein US-amerikanischer Satellitenradio-Anbieter aus New York City mit Sitz im US-Niedrigsteuerstaat Delaware. Er gehört mehrheitlich dem Medienkonzern Liberty Media, an dem Warren Buffett ebenfalls beteiligt war. Erst im letzten Quartal 2016 stieg der Investor mit knapp 800 Millionen Dollar beim Unternehmen ein und baute damit seine Beteiligungsfamilie im Mediensektor aus. Im ersten Quartal 2017 stockte Buffett seine Anteile leicht auf.

Buffetts Anteile: mehr als 172 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: plus 3,4 Prozent
Wert der Beteiligung: 823,7 Millionen Dollar

SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US8447411088
Börse
L&S

+0,44 +0,95%
+46,84€
Chart von SOUTHWEST AIRLINES CO. REGISTERED SHARES DL 1
Southwest Airlines
3 von 49

Aufgestockt (6/6)

Southwest Airlines ist eine große US-amerikanische Fluggesellschaft. Fast alle Airlines in den USA haben in den vergangenen Jahren Schwächephasen durchlitten, gingen durch Insolvenzverfahren oder fusionierten. Das hat Starinvestor Warren Buffett lange abgehalten, in Fluggesellschaften zu investieren. Ein erfolgloses Investment in US Airways von 1989 bis 1995 (75 Prozent Verlust) soll Sodbrennen bei dem Milliardär ausgelöst haben – seitdem hielt er die Branche für gefährlich. Doch im Herbst 2016 holte er gleich vier Titel ins Portfolio. Sein Engagement bei der Airline mit Hauptsitzt in Dallas, Texas, baute er im ersten Jahresquartal 2017 ebenso aus wie das bei American Airlines.

Buffetts Anteile: knapp 48 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2017: plus 10,3 Prozent
Wert der Beteiligung: 2,8 Milliarden Dollar

DEERE & CO. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US2441991054
Börse
L&S

-0,75 -0,55%
+134,41€
Chart von DEERE & CO. REGISTERED SHARES DL 1
Deere & Company
4 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (1/5)

Einen Teil seiner Aktien des Traktorherstellers Deere hatte der Investor im dritten Quartal 2015 abgestoßen, nachdem er im ersten Quartal 2015 leicht aufgestockt hatte. Im zweiten Quartal 2016 verkaufte er, auch im dritten Quartal reduzierte er den Anteil. Im Schlussquartal 2016 flog Deere nun komplett aus dem Portfolio.

Buffetts Anteile: 0 (zuletzt 21,09 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01

WKN
ISIN
US49456B1017
Börse
L&S

-0,54 -3,79%
+13,69€
Chart von KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01
Kinder Morgan
5 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (2/5)

Der Ölpreis ist noch immer weit von seinen Höchstständen entfernt. Bereits im dritten Quartal reduzierte Warren Buffett seine Anteile an dem amerikanischen Energie-Giganten Kinder Morgan – im vierten Quartal stieß er das Investment gleich ganz ab. Offensichtlich glaubt Buffett nicht, dass die Vorliebe des neuen US-Präsidenten Donald Trump für fossile Energien sich positiv auf den Kurs Kinder Morgans auswirken wird.

Buffetts Anteile: 0 (zuletzt 20 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

LIBERTY MEDIA CORP. REG.SH.A FORMULA ONE GP DL-,01

WKN
ISIN
US5312298707
Börse
L&S

-2,80 -9,67%
+26,58€
Chart von LIBERTY MEDIA CORP. REG.SH.A FORMULA ONE GP DL-,01
Liberty Media
6 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (3/5)

Das US-Medienunternehmen Liberty Media gehört mehrheitlich dem Medienmogul John Malone. Buffett ist nun ausgestiegen, dafür beim Satellitenradioanbieter Sirius, einer Liberty-Beteiligung, eingestiegen.

Buffetts Anteile: 0 (zuvor 1,3 Millionen Stück (Class A) sowie circa 3,19 Millionen Stück (Class C))
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

NOW INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US67011P1003
Börse
L&S

0,00 0,00%
+8,10€
Chart von NOW INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Now Inc.
7 von 49

Aus dem Portfolio geflogen (4/5)

Now Inc. ist ein Dienstleister für die Energiewirtschaft und Industrieunternehmen. Ende 2016 hat Buffett sich von der Beteiligung an Now verabschiedet.

Buffetts Anteile: 0 (zuvor 1,83 Millionen Stück)
Veränderung im vierten Quartal 2016: aus dem Portfolio geflogen
Wert der Beteiligung: 0

Diese Entwicklung im Laufe der Zeit hat dem Unternehmen geholfen, unabhängiger von unzuverlässigem Schnee zu Beginn der Saison zu werden. Investitionen in Schneeerzeugungs-Technologie und die Förderung von Tourismus zu allen vier Jahreszeiten mit Blick auf Besucher aus China und Indien haben ebenfalls ihren Beitrag geleistet.

Der Aktienkurs von Engelberg Trübsee ist zwischen Ende 2009 und dem 31. Januar 2017 um satte 465 Prozent gestiegen, unter Einbeziehung der Dividenden. Das brachte unterm Strich einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von etwa 28 Prozent.

Umfangreicher Schneefall im November und danach ein Investment in künstlichen Schnee hätten es ermöglicht, die Pisten über Weihnachten offen zu halten, als andere Skigebiete mit Mangel an „weißem Gold“ zu kämpfen gehabt hätten, sagt Patt. Dadurch stieg die Anzahl der Besuche zwischen Saisonbeginn und 24. Januar auf 238.000 – fünf Prozent mehr als im Vorjahr und auf Augenhöhe mit der Saison 2014-2015. Letztere sei die beste aller Zeiten gewesen. Ein kalter Januar und frischer Schnee könnten die Saison bis April und in den Mai hinein verlängern, sagt Patt.

Die Buchungen bei den zwei Hotels und dem Wohnungs-Komplex von Engelberg Trübsee im Mai und Juni – dem wichtigsten Monat für Besucher aus Indien – seien sehr gut und besser als 2016, berichtet er. Juli bis September seien die beliebtesten Monate für chinesische Touristen, wobei sich die Nachfrage aus dem Land wohl stabilisiert habe.

Grüter und seine Frau hatten ihren Anteil an Engelberg Trübsee immer weiter erhöht, während andere Chalet-Besitzer in der Region wegen der unzuverlässigen Schneedecke frustriert waren und verkauften. Die Chance, die Aktie zu erwerben, ergebe sich nicht oft, sagt er. Im vergangenen Jahr sicherte sich Grüter weitere 3000 Titel – ein Schritt, den er definitiv bei der nächsten Gelegenheit wiederholen wolle.

Grüter mag die Tatsache, dass das Management-Team „einen sehr, sehr langfristig Ausblick“ beim Unternehmen habe. „Den muss man auch haben. Kurzfristig, das geht nicht.”

  • Bloomberg
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