Schwelende Krise Börsianer warnen vor Kurssturz

Mehrere Experten malen sich derzeit Szenarien aus, in denen der Dax unter die Marke von 4 000 Punkten fällt. Grund für die Sorgen der Profis: die wachsende Beunruhigung der Investoren durch explodierende Staatsschulden.
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Broker an der Frankfurter Börse: Experten sehen den DAX im nächsten Jahr unter der 4.000 Punkte Marke. Quelle: ap

Broker an der Frankfurter Börse: Experten sehen den DAX im nächsten Jahr unter der 4.000 Punkte Marke.

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FRANKFURT. Niemand mag schlechte Nachrichten. Auch Banken können sich negative Börsenprognosen meist nicht leisten - das wäre schlecht für die eigenen Geschäfte. Denn wer kauft schon Aktien, wenn ein Verfall der Kurse zu erwarten ist? Albert Edwards, Anlagestratege der Société Générale, ist für 2011 dennoch überaus pessimistisch gestimmt. "Der Dax stürzt um 60 Prozent ab", sagt er voraus. Da erscheint es als besonderer Luxus, wenn sich eine große Bank wie Société Générale einen unbequemen Denker im eigenen Hause leistet.

Mit der Warnung vor neuen drastischen Einbrüchen an den Aktienmärkten steht Edwards nicht allein da. Andere unabhängige Geldverwalter sehen das ähnlich. "Mein Ziel ist ein Dax unter 4 000 Punkten, also ein Indexrückgang von über einem Drittel", sagt beispielsweise Conrad Mattern, Fondsverwalter und Vorstand der Gesellschaft Conquest Investment Advisory. Die Börse sei sehr stark psychologisch getrieben, fügt er hinzu. Hintergrund für die Entstehung solcher Prognosen sind die Folgen der Finanzkrise, insbesondere das Unbehagen über die explodierenden Staatsdefizite.

Besorgt sind nicht nur Börsenexperten, sondern auch Fachleute wie George Friedman, als Chef des US-Analyseinstituts Stratfor ein Experte für geopolitische Fragen. Der Mann aus Austin, Texas, glaubt anders als Edwards: "Die USA kommen wirtschaftlich am stärksten aus der Krise heraus. Am größten sind die Probleme in Europa." Friedman ist überzeugt, "dass die Vision von vor zehn Jahren eines Europas als eine Nation tot ist."

Im EU-Raum schauen die Experten vor allem auf die immer klarer werdende Spaltung zwischen finanziell robusten und anfälligen Staaten. Markus Miller, der sich als Gründer der Internetplattform geopolitical.biz um die Vermögensstreuung seiner Kunden kümmert, kann sich eine Zweiteilung der Europäischen Union in eine Nord- und Südregion vorstellen. Mattern ist ebenfalls überzeugt: "Die Krise im Euro-Raum ist längst nicht ausgestanden."

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9 Kommentare zu "Schwelende Krise: Börsianer warnen vor Kurssturz"

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  • Sehr zutreffend und tatsächlich unerwartet ehrlich aus so einem Munde. Es ist aber keine all zu große Kunst dies vorherzusehen, der einzige Schwierigkeitsgrad liegt demnach immer in dem Zeitpunkt, weil niemand die Manipulationen an allen Ecken und Kanten wirklich beurteilen kann.

    Aber wer sich selber gerne einmal ausrechnen möchte, warum es zu dieser nächsten Geldvernichtung kommen muss, der sollte auch verstehen wie Geld entsteht und dass es dem Grunde nach aus dem Nichts erscheint und sich dazu exponentiell vermehrt und damit im Grunde ohnehin wertlos ist. Die jetzt durch die Gegend geisternden Geldmengen haben keinerlei bezug mehr zu den realen Schaffenskräften und müssen in sich zusammenbrechen, sobald sie das Gehege der toxischen Papiere verlassen und auf die Realwirtschaft treffen.

    Wer also diese schöne Weihnachtsgeschichte um Jesus seinen €-Cent, dem Mammon und dem Ackermann sein Renditeziel einmal nachvollziehen möchte, bitte hier:

    http://qpress.de/2010/07/23/jesus-euro-cent-vs-mammon-renditeziel/

  • @opsat, Peter Scholz

    http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf

  • [5] opsat, ist ja klar, aber selbst auf Vorrat gebaute immobilien sind keine "600 billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel". Jede immobilie hat mindesten den bodenwert und der ist abhängig vom Maß der Nutzung. Das zählt auch für die über eine Million leerstehende Wohnungen in Deutschland.
    Politiker und banker können sich nur nicht den Werdgang zu Wolkenkratzern vorstellen. ich habe das alles schon einmal hier geschrieben.

  • Solange peter scholz nicht klipp und klar auf den Tisch legen kann, warum seine Rechner gepfändet wurden, ...

    genauso wie hier zig unschuldige Leute in Stasi und Nazi Deutschland nicht identisch agieren können,

    Und genau diesen Leuten immer wieder die Verantwortung für die Vergangenheit in die Schuhe geschoben wird, solange ist Deutschland nicht frei.

    Mariana Mayer, Dipl. informatikerin FH, seit 6 Jahren aufgrund von Mobbingaktionen von deutschen Leiharbeitsunternehmen die in Deutschland hoheitliche Aufgaben übernommen haben bei Alcatel SEL, ohne Einkommen.
    Mitbeteiligt sind rumänische EbA gutachter, deutsche Eba gutachter der Leiharbeitsunternehmen, französische Safetymanager, sowie zahlreiche für diesen Psychokrieg bezahlte Akademiker und -innen.

    Auf alleinerziehenden Frauen wird herumgehackt, weil Schwierigkeiten in der bahnsicherheitstechnik nicht gelöst wurden und es aufgrund dessen bereits zahlreiche bahnunfälle gab.

    Die deutschen werden in Leiharbeitsunternehmen verheizt, als Rache für die vergangenheit und die verantwortlichen trage ndiese Konzepte mit um sich selber freizusprechen, weil sie nie etwas getan haben, um die Nazierziehung in Deutschland aufzuarbeiten. Statt dessen geht es wieder nur um Elitenförderung der Reichen und Wohlstandsgesellschaftskinder und alle anderen sind Untermenschen und bildungsfern. Weil nur so können sie die neue Sklavengeneration gerechtfertigen.
    Diese sind bildungsfern. Das ist die Antwort auf die Gewalt in Deutschland.
    Die gewalt und Ausgrenzung die hier unterschwellig seit vielen Jahren stattfand und mit Hochglanzbroschüren falsch dargestellt wurde.

    Als ob ihr jeder hätte reisen dürfen in Westdeutschland. Es dürfen nur die Leute reisen die die Genehmigung durch Geld dazu haben. Sozialhilfeempfängerkinder in Westdeutschland konnten noch nie reisen. Dafür hatten die keine Kontakte und kein Geld.

    Gewalt wird wirtschaftlich belohnt in Deutschland.

  • @Peter Scholz

    Ja ich denke das hat er. ich habe nämlich auch mal
    von 600 (US!) billionen in Derivate gelesen und konnte es nicht glauben. Diese Zahl habe ich seinerzeit an mehreren Stellen gefunden:
    Sechshundertausend Mrd. Dollar. Klingt aberwitzig.

    Anders gesagt: es scheint Derivate zu geben im "Wert" von ca. 10.000 Firmen wie Daimler oder Telekom. Vermutlich ist das aber längst nicht alles.

  • Das es so kommen wird scheint sicher. Nur wann das ist die Frage. Derweil zocken die Amateure bis zur letzten Sekunde. besser auf die Profis schauen, die haben entweder informationen oder die Nase!
    Ausserdem haben die ihre Programme schon längst gefüttert sodass die nicht wirklich überrascht werden können.

  • [1] Siggi40,
    was in den USA eine billion ist, ist bei uns eine Milliarde. Haben Sie das berücksichtigt?

  • George Friedman: "Die USA kommen wirtschaftlich am stärksten aus der Krise heraus. Am größten sind die Probleme in Europa."

    Herr Friedmann denkt leider nicht zu Ende, bzw. möchte es aus Angst vor der Wahrheit gar nicht.
    Was machen die USA, wenn sie kein Treibstoff mehr für die Helikopter haben, mit denen bernanke die Dollars über den USA abwirft? Spaß beiseite, Sie wissen aber, was ich damit meine.

    Der Wohlstand der letzten 20 Jahre in den USA wurde fast ausschließlich mit absolut wertlosen Papierschnipsel bezahlt, die heute wie blei in den Kellern der banken liegen. Die biZ veröffentlichte im Quartalsbericht 06.2008, dass die bankster weltweit auf über 600 billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel sitzen. Unabhängige Experten gehen von mindestens der doppelten Summe aus, da fast alle dieser kriminellen Geschäfte außerbilanziell getätigt wurden. Die SachsenLb hatte 11 irische Zweckgesellschaften gegründet, um ihre Risiken, heiße Luft, in Höhe von 64 Milliarden Euro vor der Finanzaufsicht zu verstecken. Der Zahltag kommt bei Fälligkeit und der ist nicht mehr fern.
    Andere Landesbankster haben natürlich auch, entgegen ihrem Auftrag als öffentlich-rechtliches institut, Kunden- und Steuergelder verzockt, durch schwere Untreue und bilanzfälschung im mehrstelligem Milliardenbereich alles straffrei natürlich, weil es ja alle so machen.

    Aus den ca. 12 billionen Dollar US-Hypothekendarlehen zauberten die investmentbankster heiße Luft in Höhe von 600 billionen Dollar, der größte betrug der Menschheitsgeschichte, aber die Klappe aufreißen und sich diese betrügereien noch mit 144 Milliarden Dollar boni aus Steuergelder bezahlen lassen.

    Seit Mitte 2007 ist den Amis das Perpetuum-Mobile, Konsum auf Kredit, leider für immer ausgegangen, den Armen. Und wo bitteschön soll in den USA überhaupt mal wieder irgend ein Aufschwung herkommen? Vielleicht von der Suppenküchenindustrie? Oder durch die Umstellung der Rüstungsindustrie auf Helikopter, mit denen bernanke Dollars über den USA abwirft? Da 98% der Realindustrie in billiglohnländer ausgelagert wurden, scheitert es auch schon daran. Oder durch den Verkauf von Fischen vom Golf von Mexiko, die alle auf dem Rücken schwimmen? Sonst fällt mir nix mehr ein. Vielleicht hat aber Arnold noch ne idee. Der geht ja auch schon auf dem Zahnfleisch, wie vieler seiner Kollegen, gell?

    Herr Friedmann, nur in einem einzigen Punkt haben wir die selbe Meinung. Es spielt eigentlich keine nennenswerte Rolle mehr, ob der Euro oder der Dollar kollabiert, oder die chinesischen immobilienblasen, die darauf einsetzende Kettenreaktion sorgt unweigerlich für den Rest. So sicher wie das Amen in der Kirche.

    Und ich gehe mal davon aus, dass wir in D durch die Produktion der besten Autos der Welt, einen dahinschlummernden Absatz in die Schwellenländer auch in Zukunft haben. Das reicht nicht mal, um den bestehenden Wohlstand aufrecht zu erhalten, geschweige denn ganz Europa damit zu beglücken.
    Eine Rückkehr zur D-Mark erscheint mir deshalb die einzig vernünftige Alternative für Deutschland.
    Und was diese Entwicklung für die börsen bedeutet, muss ich ihnen ja nicht erzählen. So lange die bankster fast zinslos und unbegrenzt von den Zentralbanken Geld erhalten und zum Zocken einsetzten, so lange wird der Spuk auch weitergehen. Dieses Verbrechen am Steuerzahler müsste zuerst beendet werden.

  • Was soll dieser Artikel? Es ist doch ein Witz in einer renommierten Zeitung einen Pessimisten zu zitieren, der den Kauf von "Puts" empfiehlt. Und dann sagt dieser Pessimist auch noch, dass es dann wieder steil hochgehen wird.
    Falls alles ein wenig gemächlicher abläuft, ist die Put-Empfehlung sicher am schlechtesten.
    ich denke Massenmedien sollten generell keine Zockerinstrumente empfehlen. Da verdienen meist nur ide banken dran...

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