Schwellenländer
BRIC: Eine Frage der Zeit

Die Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben unter Anlegern an Attraktivität verloren. Nicht immer zu Recht, denn laut Experten ist das wirtschaftliche Potenzial der vier Länder und ihrer Börsen nach wie vor groß. Unter welchen Umständen sich eine Geldanlage in Schwellenländer lohnen kann.

FRANKFURT. Die Finanzkrise hat die Aktienkurse in den vergangenen Monaten weltweit kräftig sinken lassen. Besonders hart traf es die Börsen in den aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien und China - kurz: die Bric-Staaten. Analysten und Aktienstrategen aber geben vorsichtig Entwarnung.

Das wirtschaftliche Potenzial der vier Länder und ihrer Börsen sei nach wie vor überdurchschnittlich groß, sagt Markus Jäger, Schwellenländer-Experte bei der Deutschen Bank. "Das Wachstum dort ist insgesamt weniger anfällig als noch vor Jahren." Mauro Toldo, der die Analyse der Schwellenländer (Emerging Markets) bei der Dekabank leitet, ist ähnlich optimistisch: "Wir sind davon überzeugt, dass sich die Märkte dort mittel- bis langfristig positiv entwickeln werden.". Durchhalten, lautet die Devise, alles eine Frage der Zeit.

Die Börsen-Bilanz der vergangenen Monate allerdings ist verheerend: Seit Jahresanfang hat der chinesische Leitindex, der Shanghai Composite, mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. In Indien sackten die Kurse um durchschnittlich 26 Prozent ab; an der Börse in Moskau waren es sogar 28 Prozent. Nur Brasilien kam mit einem Minus von 15 Prozent vergleichsweise glimpflich davon - auf Dreimonatssicht stehen aber auch an der Copacabana Verluste von fast 24 Prozent zu Buche.

Mit den Bric-Börsen schmierten die Kurse zahlreicher Bric-Produkte ab, die die Fondsgesellschaften und Zertifikatebastler in den vergangenen Jahren auf den Markt geworfen hatten (siehe auch: "Gutes Marketing"). Viele Anleger trifft das hart, denn Schwellenländerfonds gehören mittlerweile zu den Lieblingsprodukten der Deutschen. Gerade bei langfristigen Sparplänen für die Altersvorsorge sind sie gefragt. Allein 77 Aktienfonds listet der Fondsverband BVI in seiner Statistik unter der Rubrik "Schwellenländer" auf; nicht wenige davon führen das Wörtchen Bric im Namen. Das Gesamtvolumen der Fonds in Deutschland beträgt mittlerweile rund 7,7 Mrd. Euro.

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