Schwellenländer
Die Chance auf eine Renaissance

Zuletzt lief es nicht gut. Doch nach der Entscheidung der US-Notenbank, an der Politik des billigen Geldes festzuhalten, legten die Schwellenländer-Börsen stark zu. Analysten sagen sogar eine neue Rally voraus.
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Frankfurt/DüsseldorfNicht nur an der Wall Street kam die Entscheidung der US-Notenbank Fed gut an, auch weiterhin über Anleihekäufe Monat für Monat satte 85 Milliarden Dollar in den Markt zu pumpen. Auf diese überraschende Nachricht reagierten die Börsen weltweit mit steigenden Kursen. Besonders in Schwellenländern wie Indien, Indonesien und der Türkei war die Erleichterung der Investoren spürbar.

Die Kurse an den Börsen in Mumbai, Jakarta und Istanbul schnellten nach der überraschenden Ankündigung der Fed zwischen drei und sieben Prozent nach oben. Am Devisenmarkt kletterte die indische Rupie auf den höchsten Stand seit mehr als vier Wochen, die indonesische Rupie und die türkische Lira zogen ebenfalls kräftig an.

Zuletzt hatten Investoren die sogenannten Emerging Markets verschmäht. Milliarden war abgeflossen. Wer investiert blieb, musste herbe Verluste verkraften. Doch nun könnte sich das Blatt wenden. Analysten sagen den Börsen der Schwellenländer eine länger anhaltende Renaissance voraus. „Die Signale der Fed lassen uns den Markt radikal anders bewerten“, verkünden beispielsweise die Analysten der Société Générale. „.Einen pessimistischen Blick auf die Schwellenländer halten wir nicht länger für angemessen“.

In den vergangenen Wochen hatten sich Investoren von den einst beliebten Schwellenländern abgewandt und auf attraktive Renditen in den USA gesetzt. Auslöser waren Anzeichen für eine nachhaltige Konjunkturbelebung der weltgrößten Volkswirtschaft. In der Hoffnung darauf gingen die US-Börsen auf Rekordjagd; der Leitindex Dow Jones hat seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent zugelegt.

Einhergehend mit den Hoffnungszeichen aus den USA geriet das Wirtschaftswachstum in einigen Schwellenländern ins Stocken. Hohe Leistungsbilanzdefizite und Verschuldung bereiteten den Investoren Kopfzerbrechen, und sie zogen massiv ihr Geld ab. Die Börsen gerieten unter Druck. Der brasilianische Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn mehr als acht Prozent verloren, die indische Börse hat lediglich bescheidene vier Prozent gewonnen. Währungen der aufstrebenden Länder fielen im Sog der Kapitalflucht der Investoren teilweise auf Rekordtiefs zum Dollar. Das ließ die Verluste der Euro- und Dollar-Anleger ansteigen.

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