Schwellenländer
Investors Lieblinge schwächeln

Der Internationale Währungsfonds hat seinen weltweiten Konjunkturausblick gesenkt. Besonders die Aussichten für die Schwellenländer wurden nach unten korrigiert. Warum Anleger sie trotzdem nicht vergessen sollten.
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DüsseldorfWas ist nur los in den Schwellenländern? Lange Zeit waren sie die Lieblinge der Investoren, überzeugten Volkswirte mit einem brummenden Wirtschaftswachstum und Anleger mit der Perspektive auf satte Renditen. Jetzt trübt sich das Bild. Nach der Weltbank hat am Dienstag auch der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Konjunkturausblick für Schwellen- und Entwicklungsländer gesenkt.

Vor allem die Aussichten in großen Schwellenländern wie China, Russland und Indien bewertete der IWF weniger günstig. „Die Industrieländer werden nach und nach stärker, während das Wachstum in den Schwellenländern gleichzeitig niedriger geworden ist“, hieß es. Doch auch das Wachstum in den USA sehen die Experten des Fonds mit 1,6 Prozent in diesem und 2,6 Prozent im nächsten Jahr etwas schwächer als noch im Juli. Die Kapitalabflüsse schwächten die Märkte der Schwellenländer weiter, erklärte der IWF.

Insgesamt erwartet der Internationale Währungsfonds für die Weltwirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 2,9 Prozent und im nächsten Jahr ein Wachstum von 3,6 Prozent. Das sind 0,3 beziehungsweise 0,2 Punkte weniger als bei der vorherigen Schätzung im Juli. Der Prognose liegt allerdings die Annahme zugrunde, dass die USA ihren erbittert geführten Haushaltsstreit rasch lösen und die Schuldengrenze erneut angehoben wird.

Auch Anleger waren Bezug auf ein Investment in den Schwellenländern zuletzt verunsichert. In den vergangenen Wochen hatten sich viele Investoren von den Schwellenländern abgewandt und auf attraktive Renditen in den USA gesetzt. Auslöser waren Anzeichen für eine nachhaltige Konjunkturbelebung der weltgrößten Volkswirtschaft. Bestärkt wurden diese zwischenzeitlich durch die von der US-Notenbank Fed in Aussicht gestellte Drosselung ihrer Hilfen.

Hinzu kamen das ins Stocken geratene Wirtschaftswachstum, hohe Leistungsbilanzdefizite und Verschuldung. Das alles sind Gründe, die Investoren dazu veranlassten, massiv Geld abzuziehen. In der Folge stürzten auch die Währungen ab, was wiederum die ohnehin schon kritische Leistungsbilanzdefizite der Länder vergrößerte. Manche Analysten sprachen schon von einem Teufelskreis wie Ende der 1990er-Jahre in der Asienkrise. „Die Brics [Brasilien, Russland, Indien, China] werden gegenüber den Industriestaaten immer die zweite Geige spielen“, sagt Ben Kelly, Analyst von Louis Capital Markets in London.

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