Schwellenländer werden derzeit von Kapital geradezu überschwemmt
Lockruf des schwarzen Goldes

Die Schwellenländer (Emerging Markets) werden derzeit von einem mächtigen Kapitalstrom geradezu überschwemmt, der sich aus mehreren Quellen speist.

HB FRANKFURT. In den ölreichen Ländern sprudeln die Petrodollars. Länder wie China und Indien konnten wegen der hohen Exportüberschüsse während der vergangenen Monate ihre Währungsreserven kräftig aufstocken. Dritte Kapitalquelle für die Aktienbörsen der Emerging Markets sind die Investoren aus den Industrieländern, die in den Schwellenländern für die nächsten Jahre das größte Ertragspotenzial sehen. Allerdings sollten Anleger die Risiken nicht aus den Augen verlieren. Denn vielerorts sind die Kapitalmärkte noch wenig effizient und anfällig.

Von dem globalen Kapitaltransfer profitierten in jüngster Zeit vor allem die Schwellenländer aus jenen Regionen, die von den seit drei Jahren stark gestiegenen Rohstoffpreisen profitiert haben. Die Aktienbörsen dieser Länder werden von den Investoren aus westlichen Industrieländern mit Kapital regelrecht zugeschüttet. Daher überrascht es nicht, dass die Aktienbörsen in Ländern wie Dubai, Saudi-Arabien, Abu Dhabi, Kuwait und Katar die Gewinnerliste der Weltbörsen anführen.

Gewinne von 100 Prozent

Anleger, die in den vergangenen Monaten in diesen Schwellenländern investiert haben, sitzen heute auf einem fetten Gewinnpolster von 100 Prozent und mehr. Die Börsen der Industrieländer konnten da nicht mithalten. Dies lässt sich an konkreten Zahlen festmachen: Der MSCI-Aktienindex für die Emerging Markets ist im bisherigen Jahresverlauf – in US-Dollar gerechnet – um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschossen. Die Börsen der sieben größten Industrieländer (G7) brachten es während dieses Zeitraums gerade einmal auf ein mageres Plus von 5,7 Prozent.

Spitzenreiter war mit einem Plus von über 200 Prozent der Aktienmarkt in Dubai. „Die Börse in Dubai gehört zu den spannendsten, aber auch zu den schwierigsten Aktienmärkten der Welt“, sagt Steffen Scheuble von der Deutschen Bank, die kürzlich für Anleger strukturierte Produkte für Dubai-Investments entworfen hat. Das Emirat hat sich in den vergangenen Monaten in der Tat nicht nur politisch, strukturell und wirtschaftlich sehr gut entwickelt. Hier wurde auch sehr viel dafür getan, dass das Land nach dem Ende des Ölzeitalters eine solide ökonomische Entwicklung nehmen kann. Denn bei der Investition der Petrodollars wurden in den vergangenen Monaten und Jahren zahlreiche Infrastrukturprojekte umgesetzt. Darüber hinaus entwickelt sich Dubai neben seiner bekannten Rolle als „Stadt des Goldes“ immer stärker zu einem der wichtigsten Finanzplätze im Mittleren Osten.

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