Sechs Handelsplätze buhlen in Deutschland um Kunden - Regionalanbieter punkten mit Spezialangeboten
Anleger profitieren von der Börsenvielfalt

Die wichtigsten Computer der deutschen Börsenlandschaft stehen im Frankfurter Stadtteil Hausen. In dem gläsernen Verwaltungstrakt der Deutschen Börse surren die Rechner der elektronischen Handelsplattform Xetra, die an Spitzentagen rund 380 000 Aufträge verarbeiten müssen. Rund 97 Prozent des Handels mit Werten aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) laufen über Xetra; im vergangenen Jahr waren das rund 71 Millionen Geschäfte.

HB DÜSSELDORF. Für andere Börsenplätze in Deutschland bleibt da nicht viel übrig. Ihre Marktanteile dümpeln zum Teil im Promille-Bereich. Für Anleger ist aber nicht nur die dominierende Frankfurter Börse interessant. Einige Konkurrenten locken mit lukrativen Angeboten.

Die Auslese der Börsen hat schon begonnen. Auf lange Sicht, so schätzen selbst viele Manager an deutschen Regionalbörsen, wird die Börsenlandschaft in Deutschland neu geordnet: Am Ende einer Konzentrationswelle könnten zwei oder drei Regionalbörsen übrig bleiben. Dass die Anleger heute noch unter sechs Handelsplätzen wählen können (siehe „Börsenplätze in Deutschland“), verdanken sie den Länderregierungen, die aus Prestigegründen an ihren Börsen festhalten.

Um sich für die anstehende Konsolidierung zu rüsten, versuchen die Chefs der Regionalbörsen, mit pfiffigen Ideen in unbesetzte Nischen vorzustoßen. Die wohl erfolgreichste Idee hatte die Stuttgarter Börse. Vor fünf Jahren richteten die Schwaben ein Segment für den Optionsscheinhandel ein. Heute ist das Börsensegment Euwax Deutschlands größtes Handelssystem für verbriefte Derivate – spekulative Anlageprodukte – und damit die erste Anlaufstelle für Käufer von Optionsscheinen. Nach eigenen Angaben laufen fast 90 Prozent des börslichen Handels mit Optionsscheinen über Stuttgart. Im vergangenen Jahr verbuchte die Euwax das zweite Rekordergebnis in Folge. Das wurmt den Platzhirsch in Frankfurt. Im vergangenen Jahr riefen die Hessen mit „Smart Trading“ ein eigenes Derivatsegment ins Leben. Bislang bleibt die Plattform jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Auch die Münchner Börse kann einen Achtungserfolg vorlegen. Seit der Einführung der Plattform Max-One entscheiden sich immer mehr Anleger für die Bayern. Doch die Wahl der Börse bleibt weiterhin schwierig.

Anleger sollten bei der Wahl des Börsenplatzes als Grundregel dort kaufen, wo der Wert am häufigsten gehandelt wird. „Entscheidend ist das Volumen“, sagt Markus Straub, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Allein auf den Aktienkurs zu blicken, reicht nicht, weil manche Börsen keine Angaben machen, wie viele Aktien zu den notierten Kursen tatsächlich gehandelt werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2:Dax-Werte bieten sich an, weil die Umsätze am größten sind.



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