Sektor mit Potenzial
Gefragte Versorger-Aktien

Die Stromanbieter möchten erneut die Preise erhöhen. Verbraucher und Politiker reagieren darauf mit Empörung und Unverständnis, doch gibt es auch manche Personen, die solche Nachrichten durchaus als positiv empfinden: so können sich Anleger auf steigende Aktienkurse freuen – nicht nur aufgrund der Preise.

DÜSSELDORF. Die ersten Reaktionen auf die jüngst angekündigten Preiserhöhungen durch die Versorger RWE und Eon waren eindeutig: Verbraucherschützer sprachen von einer "offenen Kriegserklärung“, die Bundesregierung bezeichnete die Gründe als "nicht nachvollziehbar“. Nur die Aktionäre hielten sich mit Kritik zurück. Immerhin versprechen höhere Preise auch steigende Gewinne. Und dies ist noch längst nicht alles, was momentan für die Versorger-Aktien spricht.

Um bis zu zehn Prozent wollen RWE und Eon angesichts gestiegener Kosten im kommenden Jahr die Preise für Privathaushalte anheben. Zwar können die Verbraucher reagieren und zu anderen, günstigeren Anbietern wechseln. Die negativen Folgen sind nach Meinung der meisten Experten allerdings begrenzt – und zwar nicht nur, weil gerade für die großen Konzerne die Stromproduktion ohnehin lukrativer ist als das Geschäft mit den Endkunden.

"Da fast alle Versorger ihre Preise in ähnlicher Höhe anpassen werden, erwarten wir keine riesige Abwanderungswelle“, sagt beispielsweise Sven Diermeier, Analyst bei Independent Research in Frankfurt. Zudem haben gerade die großen Konzerne bereits eigene Billig-Anbieter etabliert. Sogar die neuen Vorwürfe über mögliche Preisabsprachen in der Branche lassen die Analysten vorerst kalt. "Derartige Berichte hat es schon häufig gegeben, beweisen konnte man bisher aber nichts“, sagt Diermeier.

Derartige Äußerungen passen in das ohnehin gute Umfeld. Immerhin sind Versorger-Aktien gerade in letzter Zeit wieder stark gefragt. Während beispielsweise der Deutsche Aktienindex (Dax) seit Anfang Oktober mehr als ein Prozent verloren hat, legten die Papiere von Eon um knapp sechs Prozent zu. Die Titel von RWE verbuchten sogar ein Plus von rund acht Prozent.

Zur Begründung verweisen die Experten vor allem auf zwei Faktoren: Der Sektor ist zwar inzwischen nicht mehr besonders niedrig bewertet, überzeugt aber durch weiteres Potenzial bei den Ergebnissen und durch attraktive Dividendenrenditen.

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