Sensex-Index rutscht wieder unter 6 000 Punkte
Gewinnmitnahmen bremsen Indiens Aktien

Wenige Länder haben Aktionären im vergangenen Jahr größere Gewinne beschert als Indien. Das Land erlebt einen kräftigen Konjunkturschub und wächst mit 8,4 % fast so schnell wie sein Rivale China. Anfang Januar durchbrach das Börsenbarometer Sensex die magische Hürde von 6 000 und schwang sich auf ein Allzeithoch. Seitdem wird Bombays Börse aber von wilden Kursschwankungen geschüttelt.

BOMBAY. Gestern fiel der Index um 3 % auf 5 876,05 Punkte. Dabei halfen gute Quartalsergebnisse und die Rating- Aufwertung Indiens von Schrott auf Investmentgrade durch Moody's am Freitag. Analysten zufolge machen Gewinnmitnahmen den Markt kurzfristig anfällig für Rückschläge. Auf längere Sicht erwarten viele aber weiter überdurchschnittliche Gewinne. „Die Wirtschaft steht vor dauerhaftem, starkem Wachstum“, rechtfertigt Jyotivardhan Jaipuria sein Kursziel vom 10 000 Punkten für den Sensex im Jahr 2006. Der Merrill- Lynch-Analyst ist überzeugt, dass rasant steigende Konsumausgaben und massive Infrastrukturinvestitionen Indiens Wachstumsraten auf Jahre hin über 8 % halten werden.

Anleger könnten aber keine Gewinne von über 70 % mehr erwarten, warnt Sandeep Dasgupta. Der Chef der indischen Fondsmanagement-Tochter der Deutschen Bank rechnet für 2004 mit einer Durchschnittsperformance von 15 bis 20 %. Bedenken, Indien könne wie in den 90-er Jahren zwei Schritte zurück machen für jeden Schritt vorwärts und Anleger bitter enttäuschen, wischt er vom Tisch: „Diesmal kommt es wirklich anders“. Eine Friedensdividende winke bei Aktien, sollte die Entspannung mit dem verfeindeten Nachbarn Pakistan anhalten. Doch bleibe die Gefahr einer erneuten Eskalation das größte politische Risiko. Wirtschaftsrisiko Nummer eins ist das riesige Loch im Staatshaushalt: Die Defizitquote von Bund und Ländern übersteigt 10 % der Wirtschaftsleistung.

Dasgupta und Jaipuria sind dennoch überzeugt, dass Indien einer der attraktivsten Emerging Markets bleibt. Die Unternehmensgewinne werden nicht nur vom Wirtschaftswachstum getrieben. Viele ernten erstmals Früchte von schmerzhaften Restrukturierungen in den 90-er Jahren. Zudem verbreitert sich der Outsourcing-Trend über Software und Call Center zu Ingenieurdienstleistungen und Industriegütern wie Pharma, Textilien und Autoteilen.

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