Sentix-Umfrage
Anleger beurteilen den Dax skeptisch

Anders als die Bankanalysten sehen Profis und Private einer Umfrage zufolge kein Potenzial nach oben. Sie sorgen sich sehr um die Konjunktur. Bemerkenswert sind vor allem die Aussagen der institutionellen Anleger.

DÜSSELDORF. Folgen die Börsen ihren Anlegern, dann haben die Aktienmärkte bis Jahresende ihr Pulver bereits verschossen. Knapp 1 000 befragte private und institutionelle Investoren erwarten den Deutschen Aktienindex (Dax) zum Jahresende durchschnittlich bei 6 429 Punkten, also fast auf dem aktuellen Niveau. Das ergibt die Umfrage des Frankfurter Researchinstituts Sentix in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt.

Analysten 20 großer Banken hatten zuvor in einer Umfrage 7 400 Zähler für den Dax vorhergesagt. Das wäre ein Aufschlag von 15 Prozent. Die Zuversicht basiert darauf, dass sich die vielen aktuellen Belastungsfaktoren nach und nach in Luft auflösen. Mehrere Institute prophezeiten sogar 8 000 Zähler und mehr.

"Banken möchten öffentlich nicht gern als Pessimisten dastehen. Das ist schlecht fürs Geschäft", vermutet Wirtschaftsprofessor Jörg Oechssler von der Universität Heidelberg. Eine Handelsblatt-Auswertung von Banken-Umfragen in den vergangenen zehn Jahren zeigt, dass die Institute im Konsens noch nie stagnierende oder gar fallende Kurse vorhergesagt haben.

Die jetzt anonym Befragten äußern sich vorsichtig, obwohl die großen Börsen weltweit seit Jahresbeginn ein Viertel ihres Wertes eingebüßt haben. Schon im Januar hatten die Investoren in einer gleichartigen Umfrage dem Dax auf Jahressicht kein Potenzial zugebilligt. Damals notierte das Börsenbarometer bei über 8 000 Punkten.

Bemerkenswert ist, dass die 206 befragten institutionellen Anleger noch ein Stück skeptischer urteilen als die Kleinanleger. Die Profis taxieren den Dax zum Jahresschluss im Mittel nur auf 6 400 Punkte.

"Auf Sicht von sechs Monaten prognostizieren Profis recht gut und besser als Privatanleger", sagt Sentix-Experte Patrick Hussy. Europas größter unabhängiger Anbieter von verhaltensorientierten Daten fragt seit sieben Jahren wöchentlich die Stimmungen und Vorhersagen ab, um daraus Rückschlüsse für die Märkte zu ziehen.

Die größere Skepsis der Institutionellen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Börsen. Auch für die amerikanischen und europäischen Aktien rechnen sie mit stagnierenden Kursen. Experten ziehen aus so einem hohem Maß an Skepsis gewöhnlich den Rückschluss, dass Anleger unterinvestiert sind und demzufolge viel Kapital für künftige Engagements bereitsteht.

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