Serie: Kapitalmarktrisiken
Die Furcht vor der Pandemie

Die Bilder toter Hühner und Wildvögel sind aus den Medien verschwunden, aber die Bedrohung durch die Vogelgrippe ist nicht gebannt. Auch die große Gefahr einer Viren-Mutation, die eine direkte Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch ermöglichen würde, besteht nach wie vor. Eine mögliche Pandemie könnte für die Wirtschaft schwerwiegende Folgen haben.

FRANKFURT. „Der Virus könnte in wenigen Monaten einmal den Erdball umkreisen, und es könnte eine zweite Welle geben, weil beim ersten Mal nicht alle angesteckt wurden“, sagt der Mediziner Michael Fischer von Medical Strategy.

Virusforscher halten ein solches Horrorszenario sogar für unvermeidlich. Fachleute rechnen für diesen Fall mit Millionen Todesfällen, wirtschaftlichen Schäden in Billionen-Dollar-Höhe und einem Crash an den Aktienmärkten mit drastischen Verlusten von bis zu 60 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Weltbank, Forschungsinstitute, Broker und Versicherungen haben derartige Szenarien durchgerechnet.

Bisher ist die Vogelgrippe eine vorwiegend auf Hühner beschränkte Krankheit, die insbesondere in asiatischen Ländern auftritt. Dort hat die Geflügelzucht einen hohen Stellenwert. Hier leben die Menschen mit den Tieren oft auf engstem Raum zusammen, was dem so genannten H5N1-Virus nicht nur ideale Bedingungen für die Verbreitung in den Hühnerbeständen bietet. Unter diesen Umständen besteht auch eine verstärkte Ansteckungsgefahr für Menschen.

„Außerdem begünstigt die Nähe von Tier und Mensch eine Viren-Mutation, die Vogelgrippe würde dann zur ansteckenden Menschengrippe“, sagt Jan Amrit Poser, Chefökonom der Bank Sarasin in Zürich. Die mutierten Viren könnten dann mit aggressivem Verhalten eine so genannte Pandemie initiieren – die im Gegensatz zu einer Epidemie nicht regional beschränkt wäre.

Für einen solchen Fall sind unterschiedlichste Szenarien denkbar. Viele Wissenschaftler erwarten wegen der geschilderten Lebensumstände in Asien jedoch einen Ausbruch genau dort. Die Höhe der Schäden hängt unter anderem davon ab, wie viele Menschen betroffen sind, wie viele im Krankenhaus behandelt werden müssen, wie hoch die Ansteckungs- und Sterberate ist, welche und wie schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Grundsätzlich würde das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben stark eingeschränkt sein, da enge Kontakte zwischen Menschen vermieden werden müssten.

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