Sichere Investments: Wie Anleger ihr Vermögen schützen

Sichere Investments
Wie Anleger ihr Vermögen schützen

Wenn die Märkte zittern, fliehen Anleger aus Aktien und stürmen in vermeintlich sichere Anlagen wie Gold. Eine Analyse zeigt, ob sich das ausgezahlt hat. Was Anleger in der aktuellen Situation wissen sollten.
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FrankfurtJapan liegt in Trümmern. Der Tsunami hat Tausenden Menschen den Tod gebracht, Schäden in Milliardenhöhe verursacht und jetzt zittert das Land vor dem Atom-Gau. Kein Wunder also, dass auch an den Märkten Panik herrscht. Tokios Leitindex brach zeitweise um mehr als 14 Prozent ein, und auch die Devisen- und Rentenmärkte kamen ins Schleudern. Die Japan-Katastrophe ist damit der heftigste Marktaufreger seit der Lehman-Pleite.

„Wir stehen vor einer undurchsichtigen Situation“, sagt Markus Taubert, Leiter des Private Bankings bei der Berenberg Bank. Die Krisen-Nachrichten würden nur in Häppchen serviert, das sorge für Unruhe an den Märkten, sagt der Banker. Für Japan werde das Beben noch einen spürbaren Wirtschafts-Einschnitt bringen, sagt Taubert. Ob es allerdings die Weltwirtschaft bewegen werde, bezweifelt Taubert: „Es ist ein Vertrauensthema, kein realwirtschaftliches Thema.“ Anleger tun also gut daran, besonnen zu handeln.

Denn die subjektive Wahrnehmung muss nichts mit der objektiven Realität zu tun haben. Der von Handelsblatt.com in Kooperation mit der Privatbank Donner & Reuschel erstellte Rendite-Risiko-Radar hilft, den Überblick zu behalten. Der Betrachter kann darin beliebige Ein- und Ausstiegszeitpunkte definieren und erkennt die Rendite, die seine Anlage erbracht hätte. Dabei räumt das Tool mit populären Irrtümern auf.

Risiken bei Gold

Etwa dem Mythos vom Gold als renditeträchtigster Anlage, um Krisen zu umschiffen. Zwar können Anleger, die 1990 zu Gold griffen, sich heute über eine Wertentwicklung von 7,1 Prozent freuen. Besser schnitt jedoch Silber ab. Satte 11 Prozent Rendite brachte das Edelmetall Investoren ein, die sich vor zwanzig Jahren mit Silberwerten eindeckten.

Noch größer fiel die Rendite für ungeduldige Investoren aus: Wer 2007 in den Silbermarkt ein- und zwölf Monate später wieder ausstieg, konnte eine Rendite von 31 Prozent einstreichen. Von 2009 bis 2010 erwirtschafteten Silberanleger gar eine atemberaubende Rendite von 92 Prozent.

Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten: Gold-Anleger wurden bei der Rendite von den Silber-Investoren zwar abgehängt, allerdings luden sich die Gold-Anleger weniger Risiko auf. Wer in den 90er-Jahren das Edelmetall nur kurzzeitig hielt, musste mitunter Wertverluste zwischen vier und acht Prozent hinnehmen. Drastischer wurden versilberte Depots abgestraft: Anlagen, die weniger als ein Jahr gehalten wurden, verloren in den 90er-Jahren mitunter zwischen 12 und 23 Prozent.

Beim Bankhaus Donner & Reuschel spielen Edelmetalle daher nur eine untergeordnete Rolle: Der Markt sei zu volatil und unberechenbar sagt Sascha Veit, Vermögensverwalter bei der Hamburger Bank. Gerade in Krisenzeiten drohe den Anlegern daher, auf Gold- oder Silber-Zertifikaten sitzenzubleiben. In Krisenzeiten oder Phasen steigender Inflation würden Edelmetalle zwar oftmals als sicherer Hafen angesehen und steigen im Kurs. Langfristig müsse allerdings bedacht werden, dass Gold und Silber keine laufende Rendite wie eine Dividende oder einen Kupon abwirft. Insofern könne Gold oder Silber daher lediglich als Versicherung angesehen werden, die im Notfall einspringt und Verluste in anderen Anlageklassen ausgleicht. „Japan braucht jetzt Kapital, keine Goldbarren“, sagt Veit.

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  • Teil 2 von 2
    Die Angelegenheit scheint analog zum fraktionalen Banksystem zu funktionieren: Da nur wenige Kunden ihre Edelmetalle tatsächlich physisch haben wollen, werden diese entweder erst gar nicht gekauft oder gegen Zinsen ausgeliehen. Darauf dürfte im Kleingedruckten auch hingewiesen worden sein.
    Achtung: Edelmetalle unterliegen nicht dem Einlagensicherungsfonds und sind eine Form von Sondervermögen. Falls die Bank Pleite geht, gibt es also keine Haftung bzw. staatliche Garantie. Die Ansprüche sind weg.
    Das gleiche gilt übrigens auch bei Aktien: Die Depotbank hat die Möglichkeit, die Aktien ihrer Kunden zu verleihen und damit Geld zu verdienen, ohne den Besitzer darüber zu informieren. Mehr noch: Depotbanken haben sogar die Möglichkeit, Aktienbestände mehrfach zu verleihen.

    So geschehen zum Beispiel bei der Lehman-Pleite. Lehman hatte ebenfalls Aktien seiner Kunden mehrfach verliehen, um Zusatzeinnahmen zu generieren. Nach der Pleite war es deshalb nicht mehr möglich dem eigentlichen Besitzer die Aktien zurückzugeben, weil sie schon weg waren. Der Kunde verlor damit Millionen bei Lehman ohne irgendwelche Ansprüche auf Schadenersatz geltend machen zu können – in der Insolvenzmasse von Lehman war bekanntlich nicht mehr viel zu holen. Wer nicht will, dass seine Aktien ohne sein Wissen verliehen werden dürfen, der muss seiner Depotbank darüber schriftliche Mitteilung machen.

  • Teil 1/2
    Schweizer Banken verweigern Edelmetall-Auslieferung
    Gut zu wissen……vor kurzem berichtete Kingworldnews (KWN), dass eine schweizer Bank einem Kunden verweigerte, dessen Goldguthaben im Wert von 40 Mio. Dollar auszuhändigen. Nur durch Drohungen rückte die Bank das Gold schließlich doch heraus. Im vorliegenden Fall bestand die Bank darauf, statt des Goldes das Äquivalent an Geld auszuzahlen. Das erstaunte den Kunden umso mehr, als er seit den späten 90igern eine Lagergebühr für sein Gold entrichten musste. Der Kunde ging also davon aus, dass die Bank sein Gold auch tatsächlich einlagerte. Dies scheint aber offenbar nicht der Fall zu sein. Für mich ist der Vorfall Anlass, noch einmal darauf hinzuweisen, Edelmetalle sicherheitshalber außerhalb des Bankensystems zu lagern. Schwierigkeiten bei der physischen Auslieferung von Gold durch die Banken sind kein Einzelfall. Hintergrund: Es handelt sich offenbar um die so genannte Sammelverwahrung. Im Kleingedruckten steht allerdings, dass die Geldhäuser tatsächlich nicht verpflichtet sind, die Edelmetalle einzulagern und der Kunde im Zweifelsfalle nur Anspruch auf den entsprechenden Geldbetrag hat. Dies könnte natürlich im Ernstfall fatale Folgen für die Edelmetallbesitzer haben: Sie kommen in der Krise nicht an Gold und Silber ran, weil einfach zu viele Kunden ihre Edelmetalle abholen wollen und diese im Zweifelsfall gar nicht mehr bei der Bank sind. Anstatt Edelmetalle tatsächlich zu kaufen garantieren Banken bei der Sammelverwahrung oft nur den Gegenwert in Geld. In der Zwischenzeit verdienen die Institute Zusatzeinnahmen mit dem Geld ihrer Kunden, weil sie dieses ja tatsächlich nicht für die Edelmetalle ausgeben haben. Eine andere Variante besteht darin, die Edelmetalle zwar zu kaufen aber dann zu verleihen, um auf diese Weise Zusatzeinnahmen zu erzeugen. Davon erfährt der Kunde natürlich nichts.

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