Sicherheitsaktien
So setzen Anleger auf das Geschäft mit dem Schutz

Einbrüche, Terrorangriffe und Cyberattacken bescheren Sicherheitsunternehmen volle Auftragsbücher. An der Börse entwickelt sich das Geschäft mit dem Schutz überdurchschnittlich. Mit welchen Aktien Anleger profitieren.
  • 0

Es ist verdammt eng hier. Und dunkel. Durch die Sicherheitsschleuse des Lagers der Geldtransportfirma Prosegur in Neu-Isenburg darf jeweils nur ein Mensch. Wer drin ist, muss sich per Fingerabdruck identifizieren. Auch das Körpergewicht wird geprüft. Weicht es zu weit vom gespeicherten Wert ab, macht die Schleuse dicht. Hinter der Schleuse geht es mit dem Lastenaufzug in den Keller zum Hochsicherheitslager. Geschützt von einer dicken Stahltür, lagern dort Bargeld und Gold – tonnenweise.

Videokameras überwachen sowohl das Hochsicherheitslager wie auch alle anderen Räume, in denen mit Geld und Gold hantiert wird. All die Schlösser, Schleusen und Kameras gehören für die Mitarbeiter hier zum Alltag. Neuerdings werden sie aber auch für Spaziergänger und Einkäufer, für Touristen und Pendler zur Routine: Kameras stehen am Geldautomaten, im Bahnhof oder im Einkaufscenter. Mehrere Hunderttausend Videoanlagen beobachten in Deutschland Plätze, Straßen und Passagen. Innenminister Thomas de Maizière will die Videoüberwachung sogar noch ausweiten.

Was freiheitsliebende Menschen beunruhigt, sorgt bei den Herstellern von Sicherheitstechnik für einen Adrenalinschub der positiven Art. Terrorgefahr, Wohnungseinbrüche und Internetkriminalität lassen die Auftragsbücher aus den Nähten platzen. In Westeuropa soll der Markt für Sicherheitstechnik laut einer Studie des Hamburger Weltwirtschafts Instituts bis 2020 von derzeit 85 auf 146 Milliarden Dollar wachsen.

Der Boom beruht auch auf diffusen Ängsten. „Nach den Straftaten am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht hat der Verkauf von Reizgas und Schreckschusspistolen deutlich angezogen“, sagt der Frankfurter Waffenhändler Andreas Engels. Die Angst vor Gewalt breitet sich aus: Laut einer Allensbach-Umfrage fürchten 74 Prozent der Deutschen Terroranschläge, 82 Prozent eine Zunahme der Kriminalität.

Angst ist jedoch ein schlechter Ratgeber. Anstatt sich zu bewaffnen, ist es zumindest fürs finanzielle Auskommen besser, am Boom der Sicherheitsindustrie zu verdienen, etwa mit deren Aktien. Im Schnitt werfen sie deutlich mehr ab als der Aktienmarkt insgesamt. So legte der Branchenindex SGI Global Security in den vergangenen zwei Jahren um 20 Prozent zu. Zum Vergleich: Der Industrieländer-Aktienindex MSCI Welt stieg im gleichen Zeitraum nur um neun Prozent.

Wem einzelne Titel zu riskant sind, der kann über aktiv gemanagte Fonds oder Indexfonds einsteigen. Vorteil: Viele innovative Sicherheitsunternehmen sind so klein, dass jede Nachricht, ob positiv oder negativ, ihren Aktienkurs heftig schwanken lässt. In einem Fonds-Portfolio mit Dutzenden von Aktien lassen sich solche Ausreißer besser abfedern.

Seite 1:

So setzen Anleger auf das Geschäft mit dem Schutz

Seite 2:

Wichtiges bei der Aktienwahl

Seite 3:

Überlegungen der Polizei

Kommentare zu " Sicherheitsaktien: So setzen Anleger auf das Geschäft mit dem Schutz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%