Skepsis bei Epigenomics
Anleger wittern Chancen bei kommenden Börsengängen

Die gute Kursentwicklung der ersten Börsengänge (IPO) nach zweijähriger Flaute in Deutschland hat das Interesse der Investoren an neuen Aktien geweckt. „Viele Anleger merken, dass gerade Wincor Nixdorf und die Postbank zu einem vernünftigen Preis an die Börse kamen, der durchaus Luft nach oben lässt“, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

FRANKFURT/M. So notiert die Postbank-Aktie, die vor zwei Wochen zu 28,50 Euro ausgegeben worden ist, inzwischen bei 29,60 Euro, was einem Kursplus von vier Prozent entspricht. Die im Mai zu 41 Euro platzierte Aktie von Wincor Nixdorf legte bis gestern um 13 Prozent auf 46,50 Euro zu. Lediglich die Papiere des Fahrrad-Herstellers Mifa notieren derzeit knapp unterhalb des Ausgabekurses von 9,25 Euro. Wegen des geringen Emissionsvolumens von 14 Mill. Euro gilt die Mifa-Aktie jedoch als Sonderfall.

Sollte sich die positive Entwicklung der Börsenneulinge auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen und sollten die dann anstehenden Emissionen ebenfalls zu einem fairen Preis ausgegeben werden, könnte das Interesse sowohl von institutioneller als auch von privater Seite weiter steigen. Die Indizien dafür seien gut, heißt es unter Börsianern. Zum einen sind sich die Fonds ihrer Marktmacht bewusst, nachdem sie den Ausgabepreis sowohl bei der Postbank als auch bei Wincor Nixdorf massiv haben drücken können. Zum anderen beweisen die in diesem Jahr bereits abgesagten Börsengänge von X-Fab, Siltronic und Auto-Teile-Unger (ATU), dass Börsenkandidaten gut beraten sind, beim Preis nicht zu überziehen, weil sich die Anleger sonst verweigern. „Zurzeit kommt nichts überteuert an die Börse“, sagt Konrad Bösl von der Münchener Unternehmensberatung Schlecht & Partner.

Das bringt einen weiteren Vorteil. Nachdem die Aktien an der Börse eingeführt worden sind, wächst auch bei Analysten von Banken, die nicht zum Emissionskonsortium gehörten, das Interesse an der Aktie. Beispiel Postbank: Unmittelbar nach der Erstnotiz empfahlen Andreas Plaesier von der Hamburger Berenberg Bank und Guido Hoymann vom Frankfurter Bankhaus Metzler die Aktie zum Kauf. Konrad Becker von Merck Finck & Co. aus München sah den fairen Wert zu dieser Zeit bereits bei 33,50 Euro, was einen Aufschlag von 17,5 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis bedeutete.

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