So wird 2012: Schwellenländer müssen ins Depot

So wird 2012
Schwellenländer müssen ins Depot

Aktien aus Schwellenländer haben ein schwaches Jahr hinter sich. Doch wenn der Wirtschaftsmotor anspringt, kommen die aufstrebenden Nationen wieder auf Trab. Aber auch den US-Markt sollten Anleger nicht abschreiben.
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FrankfurtStrategen halten Aktien in einer für Anleger schwer kalkulierbaren Welt für unverzichtbar. „Vorsicht bleibt für 2012 geboten“, meint Trevor Greetham, Chef-Stratege beim US-Fondshaus Fidelity. Grund ist für ihn das zögerliche Krisenmanagement der europäischen Politiker in der Schuldenkrise.

Bill McQuaker, Chef-Stratege beim britischen Fondsanbieter Henderson, will sogar die „Möglichkeit eines weitergehenden ökonomischen Kollapses“, nicht ausschließen. Gleichwohl favorisieren viele Geldprofis Aktien. „Die Kurse notieren im Vergleich zu anderen Anlagearten am stärksten auf Krisenniveau, haben daher das größte Aufwärtspotenzial“, sagt McQuaker.

Sobald sich das globale Wachstum von der Krise erholt, werden die aufstrebenden Länder Asiens, Lateinamerikas und Afrikas die Industrieländer weit hinter sich lassen. So begründen internationale Geldverwalter ihren Optimismus für Aktien und Anleihen der Regionen.

„Die Bewertungen der Aktien in Schwellenländern sind attraktiv“, sagt Nick Price, Fondsmanager beim US-Fondshaus Fidelity. Dieser Umstand und die dortigen Wachstumsaussichten sorgten für interessante Anlagechancen, vor allem in China und Russland. Nach dem schwachen Jahr 2011 für fast alle Schwellenländeraktien sieht Benoit Anne, Stratege bei Société Générale, zudem besonderes Erholungspotenzial in Israel, Rumänien und der Türkei.

Zu den Favoriten der Geldprofis gehören vor allem Aktien, die vom anziehenden Konsum in den Regionen profitieren. Das sind beispielsweise der chinesische Mobilfunkanbieter China Mobile, der Gasversorger Hongkong & China Gas, der russische Ölkonzern Lukoil oder die türkische Akbank.

Auch für die Anleihen der Schwellenländer sind die Strategen überwiegend optimistisch. Seit dem Sommer hätten die Staaten unter der zunehmenden Verunsicherung der Anleger gelitten, meint Uta Fehm, Schwellenländer-Expertin bei UBS Global Asset Management. Jetzt finden aber viele Experten die Bonds, die im Vergleich zu den als relativ am sichersten geltenden US-Staatsanleihen dreimal so viel Rendite abwerfen, wieder attraktiv. „Die niedrigere Verschuldung, die gesünderen öffentlichen Finanzen und der bessere mittelfristige Wachstumstrend gegenüber den Industrienationen sprechen für ein Investment in Schwellenländern“, sagt Fehm.

Zu den Favoriten vieler Geldmanager zählt Venezuela. Man hofft darauf, dass sich der kranke sozialistische Präsident Hugo Chávez nicht mehr für die Wahlen 2012 aufstellen lässt. Zudem biete der Ölreichtum des Landes eine gewisse Sicherheit für die Bedienung der Staatsschulden. Die britisch-asiatische Großbank HSBC mag zudem Bonds aus Panama. 

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  • Statt auf die tollen Anlagetipps dieser "Experten" zu hören kann ich genauso gut auf die Dartscheibe werfen ;-).
    Sieht man ja was in den vergangenen Jahren bei den Aktientipps rauskam...

  • Wer sein Geld in diesen intransparenten, illiquiden und politisch instabilen Märkten investiert, sollte es lieber gleich verbrennen.
    Ich bleibe mit meinen Fonds lieber in liquiden, transparenten und politisch stabilen und sicheren heimischen EUR- und USD-Gefilden !

  • Diese Zusammenfassung von Anlegerempfehlungen sind wieder einmal ziemlicher Bockmist, mit Verlaub. (Daran sind aber nicht die beiden Autorinnen schuld, um es vorwegzunehmen). Man kann die Leser nur davor warnen, sogenannten "todsicheren Empfehlungen" zu folgen. Wer dem Markttrend nur nachläuft, hat schon verloren, sagte der kluge André Kostolany. Langfristig denkende Anleger haben schon vor 10 Jahren den Trend erkannt und in Schwellenländern massiv investiert. Dazu kommen jetzt noch einige afrikanische Länder. Wer allerdings auf die grossen Elefanten wie China oder Russland setzt in 2012, sollte sehr, sehr vorsichtig sein. Vielleicht sind es ja gar keine Elefanten, sondern aussterbende Saurier, die viel zu schwerfällig reagieren und deren größte Unternehmen zudem noch unter staatlicher Regie stehen. Staatliche Manager sind aber nicht unbedingt klug, wie die Erfahrung zeigt. Worauf man allerdings setzen kann, sind Schwellenländer in SO-Asien, darunter wahrscheinlich auch Burma (Myanmar). Auch Australien wird in der hb-Zusammenfassung nicht erwähnt. Europa dagegen sollte man getrost vergessen, anstelle von Anlagen in EU-Werten kann man genauso gut sein Geld verbrennen oder in geschlossenen Immobilien- oder Schiffsfonds anlegen.

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