Social Trading: Wikifolio startet in Deutschland

Social Trading
Wikifolio startet in Deutschland

Die soziale Trading-Plattform Wikifolio.com beginnt ihren Betrieb in Deutschland und ermöglicht es Privatanlegern in die Strategien anderer Trader zu investieren. Die meisten Trader haben den Dax bereits geschlagen.

DüsseldorfDer Probebetrieb ist zu Ende. Die Social Media-Anlegerplattform Wikifolio.com startet mit 1. August 2012 in Deutschland. Auf Wikifolio.com können Anleger eigene Handelsstrategien als sogenanntes Wikifolio veröffentlichen oder auf der anderen Seite den Strategien anderer Trader folgen. Da der „Beta“-Status, in dem Trader gesammelt wurden, abgeschlossen ist, können Teilnehmer nun mit echtem Geld investieren.

Die Grundidee: Ein Teilnehmer führt ein Musterdepot (ein Wikifolio) und macht dieses öffentlich. Wenn er seine Sache gut macht, dann werden andere Anleger auf ihn aufmerksam. Sie können sich das Musterdepot anschauen und die Strategie nachmachen. Um es mit der Sprache von Twitter zu sagen: Sie „folgen“ dem Trader.

Das funktioniert über ein Zertifikat, das von Lang & Schwarz (L&S) herausgegeben wird. Dieses Zertifikat hat eine eigene ISIN und kann bei jedem Online-Broker (vorausgesetzt er führt L&S Zertifikate) geordert werden. Dieses Zertifikat bildet die Entwicklung des Wikifolios eins zu eins ab. Steigt das Wikifolio um sieben Prozent, so steigt auch der Wert des Zertifikats um sieben Prozent.

Wikifolio.com, an der die Verlagsgruppe Handelsblatt beteiligt ist, hat zum Launch nach eigenen Angaben über 1.000 Anlagestrategien auf der Plattform - täglich sollen mehr dazu kommen. Bei den Tradern im Netzwerk handelt es sich nicht zwingend um professionelle Händler oder Investoren. Trotzdem schafften 77 Prozent der Teilnehmer beim Wikifolio-Cup eine bessere Performance zu erwirtschaften als der Deutsche Leitindex Dax.

„Wir haben über drei Jahre darauf hingearbeitet, eine echte Finanzmarkt-Innovation auf den Markt zu bringen. Mit einem erfahrenen und hochmotivierten Gründerteam und starken Partnern an der Seite ist uns dies nun gelungen", sagt Andreas Kern, Gründer und CEO von Wikifolio.com. Mit den starken Partnern sind die Lang & Schwarz AG, die S Broker AG & Co KG sowie die OnVista Group gemeint.

Die Krise hat das Vertrauen vieler Anleger in konventionelle Finanzprodukte erschüttert. Hierin sieht Wikifolio.com seine große Chance.

„Der Banken- und Finanzmarkt für Endkonsumenten verändert sich stark. In einigen Jahren wird das Endkunden-Bankgeschäft völlig anders als heute aussehen. Wir wollen hier eine entscheidende Rolle spielen und die Veränderungen mit vorantreiben. Das ist der Grund, warum wir mit Wikfolio.com kooperieren.“, sagt Carsten Lütke-Bornefeld, Leiter Trade Center Lang & Schwarz AG& Co KG. Lang& Schwarz übernimmt die Emission der Wikifolios, die technisch gesehen Indexzertifikate sind.

Großes Potenzial für Wikifolio.com sehen auch die anderen Partner. Ebenso Fabian von Trotha, Geschäftsführer von VHB digital: „Der Markt für Wikifolio.com ist riesig. Jahr für Jahr fallen in Deutschland über 28 Milliarden Euro als Spesen bei Finanzprodukten an. Über 50 Prozent der Internet-Haushalte nutzen Online Banking. Wikifolio.com spart Spesen und ist konsequent auf Online- und Social Media-Nutzung optimiert - ein aus unserer Sicht perfektes Investment“.

Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
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