Spekulanten kaufen mehr als 90 Millionen T-Online-Aktien
Hedge-Fonds setzen Telekom unter Druck

Internationale Hedge-Fonds spekulieren offensichtlich massiv auf eine Nachbesserung des Mitte bis Ende November beginnenden Barangebots für den Rückkauf von T-Online-Aktien durch die Deutsche Telekom.

FRANKFURT/M. „T-Online steht bei fast allen US- Hedge-Fonds derzeit ganz weit oben auf der Kaufliste“, heißt es aus Kreisen von Investmentbanken. Der Bonner Konzern will bis Ende des kommenden Jahres T-Online mit der Festnetzsparte T-Com fusionieren. Doch offensichtlich decken sich Profispekulanten mit T-Online-Papieren ein, um die Telekom unter Druck zu setzen.

„Derzeit befinden sich 319 Millionen T-Online-Aktien nicht im Besitz der Deutschen Telekom“, sagte Telekom-Finanzvorstand Karl Gerhard Eick bei der Bekanntgabe der Verschmelzungspläne am 9. Oktober. Seither haben bereits 92 Mill. T-Online-Aktien zu einem höheren Preis als der angekündigten freiwilligen Barofferte von 8,99 Euro den Besitzer gewechselt. Das sind rund 7,5 Prozent der gesamten T-Online Anteile und rund 30 Prozent aller an der Börse gehandelten T-Online Aktien. Nach Informationen von Insidern „trat die Deutsche Telekom seit der Ankündigung nicht als Käufer an den Märkten auf“.

„Ziel der Aufkäufe ist es, mehr als zehn Prozent der T–Online-Aktien unter Kontrolle zu bekommen“, schildert ein Mitarbeiter einer Londoner Investmentfirma die Strategie. Würde es der Telekom nämlich nicht gelingen 90 Prozent der T-Online-Anteile zu bekommen, müsste T-Online bis zum endgültigen Abschluss der Verschmelzung zum Beispiel weiterhin kostspielige Hauptversammlungen organisieren.

Bei T-Online will man zum Thema Investoren „keinen Kommentar“ abgeben. Aus Kreisen der Deutschen Telekom heißt es, dass man sich von Spekulanten auf keinen Fall unter Druck setzen lassen wolle. Eine Schlüsselrolle im Poker um T-Online könnte dem französischeMedienkonzern Lagardère zufallen. Während die Deutsche Telekom knapp 74 Prozent der Anteile an T-Online besitzt, hält Lagardère 5,7 Prozent. „Würde sich Lagardère einer Investorengruppe anschließen, wären zehn Prozent schnell erreicht“, sagt ein Investor.

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