Spezielle Finanzinstrumente
Schutz vor Turbulenzen

Die Verunsicherung über neuartige Finanzinstrumente ist angesichts der nervösen Kapitalmärkte groß. Doch mit speziellen Finanzinstrumenten können Anleger die Risiken breiter streuen.

FRANKFURT. Nach dem Debakel mit Collateralized Debt Obligations (CDO) nehmen die Finanzmarktakteure jetzt Collateralized Fund Obligations (CFO) kritisch unter die Lupe. Allgemein wird aber betont, dass die seit 2002 existierenden CFO nicht das Risikopotenzial von CDO aufweisen. Bei Standard & Poors’s wird kein Anlass gesehen, das Rating von CFO-Emittenten im Hinblick auf eine mögliche Herabstufung zu überprüfen, sagt James Halprin, Direktor im Team Structured Finance Rating dem Handelsblatt.

Bei CDO setzen Anleger auf den Kurstrend einer Anlageklasse. Mit CFO erreichen sie eine breitere Risikostreuung, weil sie indirekt in Hedge-Fonds-Dachfonds und damit in mehrere Anlagestile, Anlageklassen und Kursrichtungen investieren. Während CDO einen Pool von Forderungen unterschiedlicher Kreditrisiken verbriefen, geht es bei CFO darum, Risiken einer negativen Performance von Hedge-Fonds-Dachfonds zu verpacken. Die CFO-Emittenten bündeln Risiken unterschiedlich agierender Hedge-Fonds, teilen diese in Risikoklassen auf und verkaufen die Tranchen an institutionelle Investoren. CFO sind also Anleihen, die durch Hedge-Fonds-Dachfonds besichert sind und laut Standard & Poors, Laufzeiten von zwei bis sieben Jahren haben. Hedge-Fonds-Resultate sind das entscheidende Kriterium für die Werthaltigkeit von CFO.

Die Seniortranchen von CFO – meist zwischen AAA und A geratet – weisen das geringste Risiko auf. Denn im Verlustfall wird erst auf diese Gelder zurückgegriffen, wenn die riskantere „Equity-Tranche“ zur Verlustdeckung aufgebraucht ist. Die risikobehaftete und nicht geratete Tranche lockt indes mit einem höheren Kupon. sagt Alexander Obeid von Barclays Capital.

„Man weiß zwar nie, was bei einer Panik passiert, aber wir sehen derzeit keine vom CFO-Markt ausgehenden größeren Risiken,“, sagt Dirk Söhnholz, Geschäftsführer von Feri Institutional Advisors. Da populäre Hedge-Fonds-Indizes im Juli meist leicht im Plus lagen, sei nicht damit zu rechnen, dass vom CFO-Markt negative Einflüsse auf die extrem angespannten Finanzmärkte ausgehen. Bekanntlich ist Hedge-Fonds-Kapital meist in auf Arbitragegeschäfte abzielende Strategien angelegt. Dabei wird risiko-kontrolliert auf steigende und fallende Kurse gesetzt. Dachfonds bilden darüber hinaus mehrere Strategien und Märkte ab, so dass auch ihr Risiko als niedrig gilt.

CFO werden von Hedge-Fonds-Dachfonds zur billigen Kapitalbeschaffung genutzt. Mit dem eingesammelten Geld werden vielfältige Strategien umgesetzt. CFO werden OTC – also im Freiverkehr – gehandelt. „Wir sehen vier bis acht Transaktionen im Jahr“, sagt Halprin. Daher gibt es nur Schätzungen über die Marktgröße, die „im unteren zweistelligen Milliardenbereich" angesiedelt sind. Das entspricht einem Bruchteil des für Verwirrung sorgenden CDO-Marktes. Die großen Player Markt sind BNP Paribas, Merrill Lynch, Barclays und CS.

Orientierung für Anleger bieten Ratings großer Agenturen. Das vereinfacht die Risikobetrachtung. Agenturen prüfen die Basiswerte und die CFO-Strukturen. Unter die Lupe genommen werden auch Diversifikation (Anzahl, Stil und Konzentration der Hedge-Fonds), quantitative Zahlen (Volatilität oder Risikokennziffern) und Verhalten in Stress-Szenarien.

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