Stärkere Gewichtung auf Alternative-Investments
Anleger sollten Risiken aus ihren Depots nehmen

Die sich verstärkenden Ungleichgewichte der Weltwirtschaft bedrohen die Stabilität der Finanzmärkte. „Aus diesem Grund sollten die Anleger Risiken aus ihren Portfolios nehmen und den Anteil Alternativer Investments stark erhöhen“, empfiehlt Klaus Martini, weltweiter Chef-Anlagestratege der Deutsche Bank. Die Beimischung Alternativer Investments im Portfolio verringere dessen Anfälligkeit für starke Marktbewegungen und reduziere auf diese Art und Weise das Risiko im Depot, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Als Alternativ-Investments werden zum Beispiel die Anlageklassen Private Equity und Hedge-Fonds sowie Rohstoffe oder liquide Immobilien-Finanzinstrumente gesehen. Der Bereich gewinnt bei den Banken zunehmend an Bedeutung. So kündigte auch der persönlich haftende Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim, Detlef Bierbaum, im Gespräch mit dem Handelsblatt an, künftig stärker in alternative Anlagen zu investieren. Die Deutsche Bank will den Anteil der „Alternativen“ in den Depots ihrer Privatkunden im Bereich Asset Management von gegenwärtig etwa acht Prozent bis auf 15 Prozent erhöhen.

„Die Risiken für die traditionelle Anlageklasse Aktien haben zugenommen“, begründet Martini. Man sei zwar nach wie vor nicht wirklich negativ für Aktien gestimmt, doch biete sich nach den starken Kurssteigerungen der vergangenen drei Jahre eine vorsichtigere Haltung an.

Martini verweist auch auf das Anlageverhalten der Stiftungen amerikanischer Universitäten, die mit einem Anteil Alternativer Kapitalanlagen von 25 Prozent und mehr in ihren Portfolios über die vergangenen zehn Jahre hinweg Durchschnittsrenditen von knapp 20 Prozent erzielten. Strategie der Deutschen Bank sei es, künftig stärker auf Absolute Return zu setzen, um von durchschnittlichen Markttrends losgelöste überdurchschnittliche Erträge für Kunden zu erzielen.

Eine globale Rezession hält Martini zwar für unwahrscheinlich, doch hätten die Risiken für Kapitalanleger wegen des verlangsamten US-Wachstums deutlich zugenommen. Unklar sei, wie stark diese konjunkturelle Abschwächung ausfallen werde und wie die „neuen Mitspieler“ in der Weltwirtschaft aus Asien damit umzugehen in der Lage seien. Bislang würden China und Indien das Phänomen „ökonomischer Niederlagen“ nicht kennen, sagt Martini.

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