Standardisierte Vermögensverwaltungen
Ein Depot für jeden Risikotyp

Wie die ganz Reichen sollen sich die Anleger fühlen. Ihr Geld werde von einem ganzen Stab von Mitarbeitern betreut, die stets bemüht seien, auf der ganzen Welt nach den besten Investitionsmöglichkeiten Ausschau zu halten. So oder ähnlich werben einige Banken um wohlhabende Kunden. Was sie ihnen dabei wirklich anbieten, sind standardisierte Vermögensverwaltungen

DÜSSELDORF. Also Depots von der Stange. Auch wenn derartige Werbesprüche große Versprechungen machen, kommen diese Produkte gut an. Und das zu Recht: Denn inzwischen bieten sie für zahlreiche Anleger attraktive Renditen.

Bereits seit gut einem Jahrzehnt bieten Banken diese Form der Geldanlage an. Ihre Kunden stammen vor allem aus der Mittelschicht, haben genug freies Kapital zum Investieren, aber nicht genug, um sich einen eigenen Vermögensverwalter zu leisten. Die Banken bieten daher verschiedene nach Aktien- und Rentenquoten – und somit nach eingegangenem Risiko – aufgeteilte Portfolios an. Die Mindesteinlage liegt zwischen 10 000 und 15 000 Euro. Viele Anleger haben somit die gleichen Aktien, Anleihen und Zertifikate in ihren Depots. „Dafür sind die Portfolios aber genau auf das beste Risiko-Chancen-Verhältnis abgestimmt“, sagt Ludwig Schnieders, Leiter Portfoliomanagement bei der Dresdner Bank.

Zahlreiche Kunden sind für solche Argumente offenbar empfänglich. Während beispielsweise Aktienfonds mit Mittelabflüssen kämpfen, ist bei den Vermögensverwaltern der Banken die Tendenz weiter steigend. „Der Vorteil dieser Produkte gegenüber einer reinen Buy- and Hold-Strategie ist, dass die Vermögensverwaltungen flexibler sind in der Wahl der Produkte und damit schneller auf Markttrends reagieren können“, sagt Rüdiger Sälzle vom Researchhaus Fondsconsult. Zudem seien die Portfolios viel transparenter als beispielsweise Dachfonds, sagt Martin Lutz, Direktor der Vermögensverwaltung bei der Commerzbank. So könnten die Kunden durch detaillierte Vermögensaufstellungen im Internet oder in ihren Filialen jederzeit einsehen, in welchen Titeln, Investmentarten und Märkten das Kapital aktuell angelegt ist.

Dennoch sind die standardisierten Vermögensverwaltungen längst nicht für jeden Anleger interessant. Auch die Banken wissen: Trotz mitunter recht guten Renditen können sie bei Zockern nicht landen. „Wer sich aktiv mit dem eigenen Depot beschäftigen will, seine Aktien gezielt selbst aussucht, wird das Produkt wahrscheinlich nicht brauchen. Die Erfahrung zeigt aber, dass nur wenige Anleger dabei wirklich erfolgreich sind“, sagt Hans-Theo Burscheidt, Leiter Anlageprodukte bei der Dresdner Bank.

Vielmehr richten sich die Produkte daher an sicherheitsorientierte Anleger. „Entscheidend ist nicht, dass wir in guten Börsenjahren wie diesem noch besser als die populären Aktienindizes abschneiden, sondern vor allem auch in schlechten Phasen noch immer eine anständige Rendite erreichen“, sagt Schnieders. Auch Sälzle von Fondsconsult sieht die Vorteile der Produkte bei langfristig denkenden Anlegern. „Hier sind die standardisierten Vermögensverwaltungen durchaus zu empfehlen“, sagt er.

Entscheidend ist dabei, dass mit zunehmender Konkurrenz die Managementgebühren der Angebote immer weiter gesunken sind. Zudem haben die meisten Anbieter in der Vergangenheit zahlreiche Informationen wie beispielsweise die Performance oder Zahlen über Kunden und investiertes Kapital für sich behalten. „Hier hat ein Wandel eingesetzt, der für die Kunden nur gut sein kann“, sagt Lutz.

Bei der Auswahl der richtigen Produkte können daher die Renditen der einzelnen Produkte leicht miteinander verglichen werden. Gemessen an der Performance, dem eingegangenen Risiko und je nach Anlageklasse empfiehlt Sälzle vor allem die Angebote der HVB, der Dresdner Bank, der Commerzbank und der Dekabank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%