Starke Kursgewinne : Gier macht aus Verlierern Spitzentitel

Starke Kursgewinne
Gier macht aus Verlierern Spitzentitel

Wehe, die Anleger verpassen etwas. Die Gier und Angst der Investoren sorgt derzeit für einen Boom amerikanischer Aktien. Von der Flaute zu Jahresbeginn ist am US-Aktienmarkt keine Spur mehr.
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FrankfurtSeit März 2009 hat der Wert amerikanischer Aktien um mehr als 14 Billionen Dollar zugelegt, der breit gefasste Aktienindex Standard & Poor's 500 (S&P 500) notiert weniger als ein Prozent unter seinem Rekordhoch. Ein unerwarteter Aufschwung, den sich Experten durch die Gier und der Angst der Anleger, etwas zu verpassen, erklären.

Die stärksten Kursgewinne unter den 1000 größten börsennotierten US-Unternehmen - gelistet im Russell-1000-Index - haben der Videospielentwickler Zynga und der Technologiekonzern Fire-Eye verzeichnet. Zuvor hatten sie zu den größten Verlierern gezählt. Allein der Nasdaq-Biotechnology-Index hat in den vergangenen zehn Wochen 25 Prozent zugelegt. Das ist der deutlichste Anstieg seit Februar 2012. Mehr als zwei Drittel der im Index enthaltenen Unternehmen hatte in den vorherigen zwölf Monaten Verluste eingebüßt.

„Derzeit geben am Markt Emotionen den Ton an, und zwar insbesondere die Gier sowie die Furcht, etwas zu verpassen“, erläutert Jeff Mortimer von BNY Mellon Wealth Management in einem Interview mit Bloomberg News. Das fördere die Bereitschaft, für etwas zu zahlen, das in der Zukunft passiert. Der aktuelle Trend zeigt also deutlich: Die Anleger bevorzugen wieder riskantere Aktien. „Davon profitiert der gesamte Markt. Ob sie zu viel zahlen oder nicht, wird sich im Laufe der Zeit herausstellen”, so Mortimer.

Zu Jahresbeginn hatte es einige Turbulenzen gegeben. Eine Abwertung der argentinischen Währung und ein langsameres Wirtschaftswachstum in China hatten die Märkte unter Druck gesetzt. Der S&P 500 sankt bis Anfang Februar um bis zu 5,8 Prozent. Inzwischen haben die Märkte die Verluste von rund 1,2 Billionen Dollar wieder aufgeholt.

Auch Übernahmen beflügelten in den vergangenen Wochen spekulative Entscheidungen. Der Pharmakonzern Actavis bot 25 Milliarden Dollar für das US-Unternehmen Forest Laboratories, Facebook erwarb WhatsApp für 19 Milliarden Dollar. Dazu kommen Börsengänge wie der von King Digital Entertainment, dem Hersteller des Computer-Spiels „Candy Crush Saga”.

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