Starker Wettbewerb
Derivate bleiben der Renner

Derivate, also Optionen, Futures, Optionsscheine und Zertifikate, sind neuesten Daten zufolge nach wie vor der größte Wachstumsmarkt innerhalb der globalen Finanzszene. Und noch ist keine Abschwächung dieses Wachstums in Sicht. Im Gegenteil:

BÜRGENSTOCK. Nach Meinung von Terminbörsen-Vertretern ist in den nächsten Jahren mit einer ungebrochenen Dynamik an diesen Märkten zu rechnen. „Wir haben erst die Spitze des Eisbergs gesehen“, sagt Andreas Preuss, Vorstandschef der deutsch-schweizerischen Terminbörse Eurex.

Die Terminbörsen hätten das existierende Potenzial bei weitem noch nicht erschlossen, sondern erst an der Oberfläche gekratzt, sagte er im Rahmen des 27. Bürgenstock-Meetings der Swiss Futures and Options Association. Diese Veranstaltung gilt als die größte und wichtigste Derivate-Konferenz in Europa.

Auch Craig Donohue, Vorstandschef der Chicago Mercantile Exchange (CME), vertrat in einem Handelsblatt-Gespräch die Auffassung, dass der globale Siegeszug von Derivaten noch längst nicht abgeschlossen sei. Als einen Grund führte er an, dass die Nutzung entsprechender Produkte für die Emerging Markets erst am Anfang stehe.

Mit den zuletzt von den Terminbörsen gemeldeten Umsatzzahlen in Rekordhöhe wird der Beweis für den anhaltenden Aufschwung der Branche gebracht. Fachleute gehen davon aus, dass die weltweiten Umsätze mit börsengehandelten Derivaten im Gesamtjahr 2006 um fast 25 Prozent über dem Vorjahr liegen und dabei die Marke von 12 Mrd. Kontrakten (Optionen und Futures) übertroffen wird. „Wir werden 2006 im zehnten Jahr in Folge einen neuen Umsatzrekord aufstellen“, hieß es zum Beispiel von Seiten der Eurex, die in den ersten acht Monaten dieses Jahres ihren Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um rund 26 Prozent gesteigert hat. Nach der Korea Exchange ist die Eurex die Nummer zwei unter den Terminbörsen in der Welt (siehe nebenstehende Grafik).

Entscheidende Impulse für die US-Börsen kamen in den vergangenen Jahren von deren Umstellung der Handelspraktiken. Noch bis vor wenigen Jahren fand der Derivatehandel in den USA noch per „open outcry“ auf dem Parkett der Börsen statt. Viel zu spät stellten die traditionellen Terminbörsen in Chicago auf vollelektronische Handelssysteme um. Dabei stellen elektronische Handelssysteme das eigentliche Geheimnis des Erfolgs der Eurex dar. Die Tochter der Deutschen Börse war von Beginn an als vollelektronische Börse konzipiert. Inzwischen hat die Konkurrenz jedoch nachgezogen. So wird zum Beispiel auch der größte Teil des Handels an US-Börsen mittlerweile auf elektronischen Plattformen generiert.

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