Steigende Preise erwartet
Experten sehen Chancen bei Industriemetallen

Seit dem Sommer haben die Industriemetalle zehn bis 15 Prozent an Wert eingebüßt. Analysten sind aber trotz dieser Preiskorrektur mehrheitlich optimistisch, dass die Preise wieder anziehen werden. Wiktor Bielsky von Morgan Stanley etwa sieht nur eine „Atempause“ in dem „Superzyklus“.

LONDON. Die extrem knappe Versorgungslage, besonders bei Blei, Zink und Nickel werde sich noch für geraume Zeit fortsetzen, glaubt Bielsky. Das bedeute, dass Anleger weiterhin von den hohen Spotpreisen im Verhältnis zu niedrigeren Terminpreisen (backwardation) bei den Metallen profitieren können.

Michael Lewis von der Deutschen Bank ist für den Sektor ebenfalls „bullish“ gestimmt. Er sieht vor allem bei Blei und Zink noch Aufwärtspotenzial. Im Unterschied zu Kupfer und Nickel seien die Preise noch über 40 Prozent von ihren historischen Höchstständen entfernt. Jeremy Gray von der Credit Suisse weist vor allem auf die Auswirkungen hin, die der anhaltend hohe Bedarf Chinas und der rapide zunehmende Metallverbrauch Indiens auf die Weltmarktpreise haben werden. So werde der Anteil Indiens an der Welt-Kupfernachfrage bis 2010 von heute vier auf zehn Prozent in die Höhe schnellen. Und Chinas Ausgaben für den Ausbau des Eisenbahn- und U-Bahnnetzes würden in den nächsten fünf Jahren etwa der Summe entsprechen, die in den letzten 20 Jahren weltweit in den Bereich geflossen sei.

Auch Kevin Norrish von Barclays Capital hält den Aufwärtstrend bei den Metallen für weiterhin in Takt. Bei Kupfer unterschätze der Markt die Auswirkungen vergangener Produktionsverluste durch Streiks, glaubt er. Zudem könnte China seine Kupferimporte demnächst wieder steigern. Norrish erwartet einen neuerlichen Test der Preismarke von 8 000 Dollar. An den Märkten in New York sind die Positionen der Baissespekulanten auf den niedrigsten Stand seit Mitte August zusammengeschmolzen.

Skeptischer ist Alison Nathan von Goldman Sachs; er beschreibt den Ausblick für eine Anlage in diesem Rohstoffbereich als „durchwachsen“. Das verlangsamte Wirtschaftswachstum werde sich auf die Preise des Sektors auswirken und die Renditen auf etwa fünf Prozent über die nächsten zwölf Monate beschränken.

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