Steuerlicher Rahmen lässt zu viele Deutungen zu

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Steuerlicher Rahmen lässt zu viele Deutungen zu

Aufgrund der Börsenflaute vergangener Jahre ist das Interesse an Hedge-Fonds gestiegen, da man sich von diesen auch in Zeiten einer Börsenflaute überdurchschnittliche Erträge bei geringen Schwankungen erhofft.

DÜSSELDORF. Bisher verhinderten die Regelungen des KAGG und des AuslInvestmG eine Direktanlage inländischer Anleger in Hedge-Fonds. Damit hat sich ein Markt für Zertifikate entwickelt, deren Rückzahlungsbetrag an die Performance von Hedge-Fonds gekoppelt ist. Steuerlich sind diese als Zertifikate ohne Kapitalgarantie und ohne laufende Verzinsung aufgelegt, so dass sie für einen Privatanleger nach Ablauf der Jahresfrist steuerfrei verkauft werden können. Mit der Neuregelung des Investmentwesens durch das neue Investmentmodernisierungsgesetz wird erstmals ein aufsichtsrechtlicher Rahmen für inländische offene Hedge-Fondsgesetzt.

Steuerlich stellen die Erträge aus Hedge-Fonds keine neue Einkunftsart dar. Das Investmentsteuergesetz enthält auch keine speziellen Regeln für Hedge-Fonds, vielmehr erfolgt die Besteuerung nach den allgemeinen Regeln für Fonds. Danach werden Anleger so gestellt, als hätten sie die jeweiligen Geschäfte des Fonds selbst vorgenommen. Von diesem Transparenzgedanken macht das Investmentsteuergesetz jedoch einige wichtige Ausnahmen: Private Veräußerungsgeschäfte und Termingeschäfte des Fonds sollen für den Anleger weitgehend steuerfrei bleiben. In Bezug auf Hedge-Fonds stellt sich die Problematik, dass die oftmals komplexen Anlagestrategien - Leerverkäufe, Leerverkäufe geliehener Wertpapiere, Termingeschäfte mit Differenzausgleich, Derivategeschäfte, hohes Fremdfinanzierungsvolumen - bisher bei offenen Fonds bereits aufsichtsrechtlich nicht möglich waren.

Auch die steuerliche Behandlung im Privatvermögen ist oft nicht abschließend geklärt. Damit ergeben sich Fragen hinsichtlich der Anwendung der Regeln des Investmentsteuergesetzes. Werden die Regeln nicht eingehalten, droht dem Anleger eine Strafbesteuerung: Alle Ausschüttungen sind voll steuerpflichtig, d.h. es liegen keine Steuerbefreiung von Veräußerungsgewinnen und Termingeschäften und keine hälftige Steuerbefreiung der Dividendenerträge vor. Zusätzlich fällt eine Besteuerung von 70 % des Wertanstiegs des Fondsanteils zwischen dem 1. 1. und dem 31. 12, an, gekoppelt mit einer Mindestbesteuerungsregel von 6 % des Rücknahmewerts zum 31. 12.. Hedge-Fonds haben daher gegenüber HF-Zertifikaten nur dann eine Chance, wenn es ihnen gelingt, die Anforderungen des Investmentsteuergesetzes hinsichtlich Transparenz zu erfüllen und eine Strafbesteuerung zu verhindern.

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