Steueroptimierung
Investoren sollten Ruhe bewahren

Die Abgeltungsteuer schmälert die Kapitalerträge von Aktieninvestments. Anleger suchen nun nach Möglichkeiten, ihr Depot "steuerfest" zu machen. Dabei dürfen aber eigene Anlageziele nicht aus dem Blickwinkel geraten.

HB KÖLN. Besonders für Langfrist-Sparer ist die ab 2009 geltende neue Abgeltungsteuer ein riesiges Ärgernis: Galt bisher für eine Vielzahl Investment-Produkte die Regelung, dass sie nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei verkauft werden können, müssen ab dem 1. Januar 2009 auf alle Kapitalerträge gleichermaßen 25 Prozent Abgeltungsteuer bezahlt werden – zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen die meisten Anleger sogar auf etwa 28 Prozent.

Viele Investoren fühlen sich deshalb unter Druck gesetzt. Denn von einigen Ausnahmen abgesehen, gilt für fast alle vor dem Stichtag gekauften Produkte ein umfassender Bestandsschutz. Fonds, Aktien oder Anleihen, die bis zum 31. Dezember 2008 im Depot landen, sind nach einem Jahr Haltefrist weiterhin bis zu ihrem Verkauf steuerfrei. Doch so sinnvoll eine Anpassung der eigenen Strategie an die neue Situation auch ist, so leicht kann sie auch in überhasteten Aktionismus umschlagen. Wichtiger als die Steueroptimierung ist immer noch, dass das Produkt den Vorstellungen und dem Zeithorizont des Anlegers entspricht.

Vor 2009 sollten Sparer deswegen vor allem Produkte kaufen, die sie möglichst lange halten wollen. Die Aktionärsvereinigung DSW rät: „Anleger sollten Schwächephasen des Marktes zum Einstieg nutzen und vor allem auf große Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell setzen.“ Für die meisten Betroffenen lässt sich dieser Ansatz am ehesten verwirklichen, indem sie in Fonds investieren, die ein möglichst breites Anlagespektrum abdecken – denn eine Umschichtung innerhalb des Fonds ist noch nicht steuerpflichtig, eine Umschichtung einzelner Aktien im Depot des Anlegers schon.

Besonders gute Aussichten auf langfristige, steuerfreie Rendite bieten deswegen Dach- und Mischfonds: Künftige Umschichtungen delegiert der Anleger an den Fondsmanager. Allerdings verlangen gerade diese Fondsarten oft sehr hohe Gebühren – und die sind wegen des Zinseszins-Effektes umso deutlicher spürbar, je länger das Investment laufen soll.

Günstiger investiert man deswegen mit den sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs). Das sind Fonds, die nicht von einem Manager aktiv verwaltet werden, sondern einen passiven Index wie zum Beispiel den Dax nachbilden. Das spart Verwaltungskosten. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Anteile werden an der Börse gehandelt, weswegen beim Kauf kein Ausgabeaufschlag fällig wird. Außerdem bedeuten sie Stabilität im Anlageschwerpunkt – und provozieren deshalb so gut wie nie Umschichtungen auf Seiten des Anlegers.

Von der Abgeltungsteuer profitieren könnten auf der anderen Seite allerdings Investoren, die besonders großen Wert auf Sicherheit legen. Denn Produkte wie Garantiezertifikate und spezielle Anleihen, die mindestens den Werterhalt der Anlage garantieren, gelten als Finanzinnovationen und werden bisher mit dem persönlichen Steuersatz belastet. Da dieser häufig über dem pauschalen Satz der Abgeltungssteuer liegt, können Käufer hier teilweise sogar Geld sparen.

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