Stimmungsindikatoren: Anlegerstimmung spricht für Europa

Stimmungsindikatoren
Anlegerstimmung spricht für Europa

Nach dem guten Börsenjahr 2005 spricht auch in den kommenden Monaten die Marktpsychologie für europäische Aktien. Investoren sind trotz der langen Aktienrally nicht euphorisch – das lässt Spielraum nach oben.

DÜSSELDORF.Das „Sentiment“ sei jenseits des Atlantiks schon seit einiger Zeit zu euphorisch. In Europa und Deutschland hat es sich nach den Erkenntnissen der Experten zwar verbessert, es herrsche aber noch kein übertriebener Optimismus.

Die Stimmung der Marktteilnehmer findet bei professionellen Anlegern und Marktanalysten immer stärkere Beachtung. Bringen Anleger gegenüber der Aktienmarktentwicklung noch eine gesunde Skepsis mit und halten entsprechend Kasse, führt jede positive Überraschung zu Aktienkäufen – so die Theorie. Haben private und institutionelle Anleger dagegen sehr positive Erwartungen, deutet das auf eine negative Entwicklung der Kurse hin, weil es leicht zu Enttäuschungen kommen kann. Die Anleger haben ihr Geld dann in der Regel bereits voll in Aktien investiert und stoßen die Titel ab, sobald es schlechte Nachrichten gibt.

In den USA sind die Sentimentanalysten schon länger in Hab-Acht-Stellung getreten. „Unter Journalisten und Analysten macht sich keiner Sorgen über irgendetwas“, sagt Michael Burke vom Researchinstitut Investors Intelligence. Sein Institut wertet regelmäßig 100 in den USA zirkulierende Anlegerbriefe aus. Aktuell geben demnach 60 Prozent der Briefe einen positiven Ausblick, nur jeder fünfte Brief warnt vor Einbrüchen. „Das ist vergleichsweise hoch. Wir schließen daraus, dass bei Enttäuschungen an der Wall Street Verkaufsdruck entsteht“, sagt Burke.

Mark Glowrey, der für Investors Intelligence den europäischen Markt beobachtet, sieht den Bullenmarkt hier dagegen voll im Gange: „Zwischen Europa und den USA herrscht eine beachtliche Divergenz“, sagt Glowrey. In Europa, wo Sentiment-Daten noch nicht so systematisch gesammelt werden wie in den USA, hilft sich der Analyst mit Studien zur Breite des Marktes. Er beobachtet den Kursverlauf sämtlicher in den größeren Indizes europäischer Länder vertretenen Werte. 85 Prozent aller Kurse befinden sich nach Glowrey’s Beobachtung in einem Aufwärtstrend. Zum Vergleich: In den USA wurde die jüngste Rally nur noch von 60 Prozent der Werte unterstützt. Das ist laut Burke zwar kein schlechter Prozentsatz, bedenklich stimme jedoch, dass sich der Satz bereits verringert habe. Allerdings ist die breite Unterstützung in Europa kein Grund zur Sorglosigkeit. „Wir achten sehr genau darauf, ob sich diese extreme Breite noch hält“, sagt Glowrey. „Sobald sie sich verringert, ist das auch hier ein Warnzeichen.“

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