Stop-Loss-Begrenzungen und Optionsscheinen machen jedes Aktiendepot urlaubsfest
Ohne Kurssorgen in die Ferien fahren

Die Urlaubszeit beginnt. Endlich mal verreisen, Termin- und Arbeitsstress hinter sich lassen. Ganz unvorbereitet sollten Aktienanleger allerdings nicht auf Reisen gehen. Denn die Börse macht keine Ferien. Wer gegen stärkere Kursverluste gewappnet sein will, sollte sein Aktiendepot daher absichern.

BERLIN. Die einfachste Möglichkeit, um das Portfolio sicher durch die Ferien zu bringen, ist der Einsatz von Stopp-Kursen. Am Beispiel Siemens soll gezeigt werden, wie diese funktionieren. Angenommen, die Aktie steht bei 55 Euro, dann könnte der Anleger sinnvoller Weise ein Stop-Loss-Limit bei 51 Euro setzen. Fällt der Kurs auf diese Marke oder darunter, wird die Aktie automatisch verkauft. Damit würde der Verlust auf unter zehn Prozent begrenzt. Entsprechend seiner Verlusttoleranz kann der Investor den Stopkurs auch niedriger ansetzen.

Stop-Loss-Marken bieten jedoch nicht nur zur Urlaubszeit einen guten Schutz vor starken Kurseinbrüchen. Viele Anleger begrenzen das Risiko ihres Depots kontinuierlich und passen die Stop-Kurse in regelmäßigen Abständen der tatsächlichen Entwicklung an der Börse an. Angenommen der Wert der Siemens-Aktie steigt auf 65 Euro, dann bleibt das Risiko des Anlegers das gleiche, wenn der Stop-Loss auf 58 bis 59 Euro anhoben wird.

Ein weiteres Mittel zur Absicherung gegen Kursrückschläge bieten Derivate wie Verkauf-Optionsscheine (Puts) und Turbo-Short- Zertifikate. Mit beiden profitiert der Käufer von fallenden Märkten und kann so mit eventuellen Gewinnen aus diesen spekulativen Papieren Kursverluste seines Aktiendepots bis ausgleichen. Put-Optionsscheine gibt es sowohl auf einzelne Aktien als auch auf Indizes. Hat ein Anleger hauptsächlich Aktien aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) im Depot, ist es sinnvoll, Put-Optionen auf den Dax zu kaufen statt jede Aktie einzeln abzusichern.

Natürlich gibt es die Absicherung nicht kostenlos. Ein Beispiel zeigt, was der Anleger für einen Schutz via Put-Optionen aufwenden muss: Der Wert eines Depots mit Anlageschwerpunkt auf deutsche Standardwerte beträgt 45 000 Euro. Zur Absicherung erwirbt der Aktionär einen Put auf den Dax mit Basispreis 3 700 Punkte. Angenommen, der Put hat eine Laufzeit bis zum 30. September, ein Bezugsverhältnis von 100 zu 1 und kostet einen Euro. Will der Anleger sein Depot vollständig absichern, ergibt sich die Zahl der benötigten Puts wie folgt:

Depotvolumen (45 000) dividiert durch Basispreis (3 700), multipliziert mit dem Bezugsverhältnis (100). Damit wären 1 216 Puts nötig; bei einem Preis von einem Euro würden also 1 216 Euro in die Absicherung des Depots investiert. Je nach Risikoneigung kann der Anleger das Ausmaß seiner Absicherung variieren: Je niedriger er den Basispreis wählt, desto geringer ist der Schutz. Auch wenn er nicht die volle Anzahl der benötigten Puts kauft, steigt sein „ungedecktes“ Risiko. Dafür sinken auf der anderen Seite aber auch sein Kosten.

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