Strategen bleiben optimistisch
USA: Zinserhöhung rückt näher

Die Wall Street hat die jüngste Börsenkrise zu den Akten gelegt: Erstmals seit eineinhalb Jahren überstieg der Dow-Jones-Index am Dienstag wieder die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten. Der Index hatte diese Marke zuletzt im Mai vergangenen Jahres erreicht. Im Handelsverlauf rutschte das Börsenbarometer allerdings wieder unter die 10 000er-Marke und schloss im Minus. Ursache dafür war eine Warnung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

rez/som/tmo/tor NEW YORK. Die Fed ließ zwar auf ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsen in den USA unverändert bei 1 % und hielt auch an ihrem Versprechen fest, die Konjunktur für eine „bedeutende Zeit“ mit einer lockeren Geldpolitik zu stimulieren. Zugleich änderte sie jedoch ihre Inflationseinschätzung. „Die Wahrscheinlichkeit eines unerwünschten Falls der Inflationsrate hat abgenommen und erscheint fast ebenso hoch wie ein Inflationsanstieg“, schreiben die Währungshüter in ihrer Erklärung.

„Damit ist eine Zinserhöhung ein Stück näher gerückt“, sagte Cary Leahey, Ökonom bei der Deutschen Bank in New York. Die Investoren auf den Aktien- und Anleihemärkten sahen das ähnlich, so dass die Kurse an der Wall Street im weiteren Handelsverlauf den Rückwärtsgang einlegten.

Viele Strategen bei den großen Investmentbanken rechnen dennoch damit, dass die Aktienmärkte kurzfristig weiter steigen. In diesem Jahr ist der Dow Jones bereits um 20 % geklettert und notiert nur noch knapp 15 % unter seinem Allzeithoch. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte am Dienstag einmal mehr im Sog des Dow zu, notiert aber immer noch mehr als 50 % unter seinem Höchststand von März 2000.

Der Sprung über die 10 000er- Schwelle ist Ausdruck eines Stimmungsumschwungs in den USA. Hohe Wachstums- und Produktivitätszuwächse sowie eine sinkende Arbeitslosigkeit haben das Klima in der Wirtschaft deutlich verbessert. Im dritten Quartal war die Wirtschaft, auf das Jahr hochgerechnet, um 8,2 % gewachsen.

Für die europäischen und US-Märkte sieht Klaus Martini, oberster Aktienstratege im Privatkundengeschäft der Deutschen Bank, noch Kurspotenzial von 10 % bis 15 %. Damit gehört er zu den größten Optimisten. Gerhard Schwarz von der Hypo-Vereinsbank schätzt, dass der Dax in den kommenden Monaten bis auf 4 150 Punkte zulegen könnte. Zusätzliche Impulse liefern nach seiner Ansicht vor allem positive Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen in den Jahren 2004 und 2005.

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