Strategen sehen trotz guter Konjunkturdaten nur noch begrenztes Potenzial für Dividendenpapiere
Verunsicherte Anleger verkaufen Aktien

Die Furcht vor den Auswirkungen stark steigender Zinsen und nach wie vor hoher Ölpreise verunsichert Börsianer und Investoren zunehmend. Sie stellen sich auf Konjunkturdämpfer und mittelfristig sinkende Firmengewinne ein und verkaufen ihre Aktien.

DÜSSELDORF/TOKIO. Nachdem die US-Börsen am Freitag mit hohen Verlusten geschlossen hatten, zogen die europäischen Märkte und vor allem die Börse in Tokio, deren Leitindex Nikkei um fast fünf Prozent einbrach, am Montag nach.

Auch bei den meisten Bankstrategen ist die Zuversicht der vergangenen Monate einer vorsichtigeren Erwartungshaltung gewichen. Die meisten Experten prognostizieren für die kommenden Monate statt steigender Kurse nur noch stagnierende Notierungen an den Aktienmärkten. Dem Deutschen Aktienindex (Dax) trauen sie mehrheitlich ein Kurspotenzial bis rund 4 150 Punkte zu. Dies waren die bisherigen Jahreshöchststände. Vor kurzem hatten die Strategen noch 4 400 bis 4 500 Punkte als Kursziel zur Jahresmitte gesetzt.

„Die Sorge vor einem Abflauen der Konjunkturentwicklung im kommenden Jahr und den negativen Auswirkungen von Zinssteigerungen auf einzelne Sektoren wird vorerst anhalten“, schreiben die Strategen der Deutschen Bank in einer aktuellen Studie. Darunter dürften vor allem Aktien aus dem Bankbereich leiden. Insgesamt hält die Deutsche Bank an ihrem positiven Börsen-Szenario fest und rät bei Rückschlägen zum Aufbau neuer Positionen. Allerdings seien die Risiken stärkerer Kursverluste gewachsen: „Solange die Ängste vor einem harten Durchgreifen der (US-Notenbank) Fed nicht ausgeräumt sind, ist ein Durchbrechen der Jahreshöchststände unwahrscheinlich“, meinen die Experten.

Ein Test dieser Marken innerhalb der kommenden Monate wäre für die weitere Kursentwicklung jedoch äußerst wichtig. „Je länger die Börsen brauchen, bis sie ihre Höchststände wieder erreichen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse diese übertreffen“, sagt Roland Ziegler, Aktienstratege der ING-BHF Bank. Er rechnet damit, dass die Investoren ihren Blick im zweiten Halbjahr zunehmend auf das Jahr 2005 richten werden. „Und hier erwarten wir ein weniger positives Umfeld für Aktien, weil sich einerseits die Gewinndynamik bei den Unternehmen abschwächen sollte und andererseits der neu gewählte US-Präsident in den USA nicht um Korrekturen in der Fiskalpolitik herumkommen wird“, erklärt Ziegler.

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