Strategieänderungen bleiben bis jetzt zum größten Teil noch Wunschvorstellungen
Große Pensionsfonds sehen kaum Alternativen zur Aktie

Trotz der längsten Baisse seit 70 Jahren halten die großen Pensionsfonds in den USA und Großbritannien der Aktie die Treue. Sie haben ihr Vermögen immer noch zur Hälfte bis zu zwei Dritteln in Unternehmensanteile investiert.

DÜSSELDORF. „Wir glauben an die Aktie und ihr langfristiges Kursentwicklungspotenzial“, sagt Brad Bacheco, Sprecher des weltweit größten Pensionsfonds, Calpers. Dieser Pensionsfonds der öffentlichen Angestellten in Kalifornien verfolgt schon seit Jahren die gleiche Anlagestrategie: 65 % in Aktien, rund 30 % in Bonds, den Rest in Immobilien und Bargeld. Mit 147 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen im Rücken mischt sich Calpers nach spekulativen Exzessen, Firmenskandalen und geschönten Bilanzen stärker in die Politik der Unternehmen ein. „Wir sind politisch ausgesprochen aktiv geworden“, sagt der Calpers-Sprecher.

Calpers ist typisch für die Strategie der internationalen Pensionsfonds als mächtige Anlegergruppe, die allein in den USA drei Billionen Dollar verwalten. Eher statisch in der Anlagestrategie, aber revolutionär im Auftreten gegenüber Firmenbossen, Aufsichtsräten und Politikern dringen sie auf ein Wahlrecht bei der Zusammensetzung der Konzern-Aufsichtsräte, haben den langjährigen Präsidenten der New Yorker Börse, Richard Grasso, wegen Geschäftemacherei und zu hoher Bezüge zum Rücktritt gezwungen und verlangen, dass große Konzerne ihre Firmensitze von den Bermudas oder den Cayman-Inseln wieder ins Heimatland zurückholen. Der besseren Kontrolle wegen.

„Wir haben im Worldcom-Skandal 300 Millionen Dollar verloren, daraus haben wir unsere Lehren gezogen“, sagt auch John Chartier von New York State Common. Der Pensionsfonds ist mit einem Vermögen von 109 Milliarden Dollar die Nummer zwei in den USA. Gegen die Konzernmanager des US-Telekomkonzerns Worldcom gehe sein Fonds jetzt gerichtlich vor.

Auch in Europa gehen institutionelle Anleger auf die Barrikaden. Erst vor wenigen Tagen verhinderten sie in Großbritannien, dass sich der selbstherrliche Gründer und Chef von Carlton Communications, Michael Green, auch zum Vorstandschef der Fernseh-Tochter ITV machte.

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