Strategien für 2014
Anleger in der Zinsfalle

Die Kapitalmarktzinsen haben historische Tiefstände erreicht. Auf ihre Erfahrung können sich Investoren in diesem Marktumfeld nicht verlassen. Dachfondsmanager Eckhard Sauren erklärt, welche Strategie 2014 sinnvoll ist.
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KölnDie Kapitalmarktzinsen liegen – trotz einiger Bewegung im Jahr 2013 – weltweit in allen bedeutenden Märkten nahe den historischen Tiefständen und damit auf einem Niveau, bei welchem nahezu allen Marktteilnehmern Erfahrungswerte fehlen. In den letzten drei Jahrzehnten haben alle rentenorientierten Strategien und auch fast alle vermögensverwaltenden Fonds von rückläufigen Zinsen profitiert. Die hohen Wertzuwächse in der Vergangenheit führen in der Praxis dazu, dass Ertragserwartungen, die sich häufig an den positiven Erfahrungen in der Vergangenheit orientieren, bedeutend zu hoch ausfallen und die Risiken des Rentenmarkts unterschätzt werden.

Im Mai und Juni dieses Jahres erhielten Anleger einen Eindruck von den Auswirkungen steigender Zinsen. So legte die Umlaufrendite in Deutschland in diesen beiden Monaten von 0,99 Prozent auf 1,38 Prozent zu und die Rendite 30jähriger US-Staatsanleihen sprang von 2,83 Prozent auf 3,57 Prozent. In der Folge gaben die Anleihenkurse entsprechend nach. Anleger wurden so mit der Situation konfrontiert, dass es an den Zinsmärkten aufgrund des erreichten niedrigen Zinsniveaus nicht nur kaum noch einen Zins in nennenswerter Höhe zu vereinnahmen gibt, sondern auch das Risiko empfindlicher Kursverluste besteht.

No place to hide
Der Zinsanstieg im Juni führte nicht nur zu Kursverlusten am Rentenmarkt. Auch die Aktien- und Rohstoffmärkte gaben deutlich nach. Lag in der Vergangenheit häufig die Situation vor, dass Kursverluste bei einer Assetklasse zumindest teilweise durch Kursgewinne bei einer anderen Assetklasse kompensiert werden konnten (negative Korrelation), so war diese Marktphase dadurch geprägt, dass alle Assetklassen gleichzeitig nachgaben. Hatte vermögensverwaltenden Ansätzen mit einer Portfoliostrukturierung maßgeblich auf Basis von Aktien und Anleihen die negative Korrelation in der Vergangenheit oft genutzt, so wurden ihnen in dieser Marktphase die Grenzen aufgezeigt.

Die Zukunft hat keine Historie
Die Zukunft wird offenkundig nach neuen Regeln spielen. Bei quantitativen Analysen historischer Daten und der Portfolioarchitektur der klassischen Vermögensverwaltung ist daher besondere Vorsicht geboten. Die neue Situation ohne vergleichbares Vorbild erfordert neue Strategien – die nicht auf bestimmte Erwartungshaltungen setzen, sondern auch überraschende Entwicklungen berücksichtigen können.

Als Anlagealternative gewinnen Absolute-Return-Strategien in jüngster Vergangenheit immer stärker an Bedeutung – zu Recht. Denn zum einem kommen immer mehr attraktive Fonds in diesem Bereich auf den Markt, deren Manager ihre Expertise bereits unter Beweis gestellt haben und deren Ertrags/Risiko-Profil eine Bereicherung für so gut wie jedes Portfolio darstellt. Zum anderen sind Absolute-Return-Fonds im aktuellen Niedrigzinsumfeld, in dem viele zinsorientierte Strategien die Ergebnisse der Vergangenheit nicht mehr erreichen, ein hervorragender Ausweg aus der Zinsfalle.

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