Strategien gegen den Nullzins Wie Sie mit Anleihen den Niedrigzinsen entkommen

Der Zinsschock hat Anfang Mai international ausgerichtete Anleihen getroffen. Trotzdem kann es für Anleger Sinn machen, in Anleihen zu investieren – wenn sie ein paar Regeln beachten.
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Wegen der niedrigen Zinsen lässt sich derzeit wenig Geld mit dem Sparkonto machen. Mit Anleihen kann es besser laufen. Dafür müssen Anleger aber einiges beachten. Quelle: dpa
Euroscheine

Wegen der niedrigen Zinsen lässt sich derzeit wenig Geld mit dem Sparkonto machen. Mit Anleihen kann es besser laufen. Dafür müssen Anleger aber einiges beachten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfUm zwei bis drei Prozent hat sich der Wert eines international ausgerichteten Anleihedepots mittlerer Risikogüte seit dem Zinsschock Anfang Mai verringert. Das ist zwar noch keine Katastrophe, entspricht aber bei durchschnittlichen Zinsen (Umlaufrendite) von etwa 0,5 Prozent den laufenden Einnahmen mehrerer Jahre. Fünf Schritte helfen, mit Anleihen durch turbulente Zinsmärkte zu steuern.

Sicherheit geht vor. Lieber zwei Prozent von einer soliden Adresse anpeilen als vier Prozent von einem Wackelkandidaten. Der Ausfall eines Schuldners ist der GAU in einem Anleihedepot. Gerade weil die Renditen so mager sind, ist ein Ausgleich kaum noch möglich.

Laufzeit überschaubar wählen. Je kürzer die Restlaufzeit, desto unempfindlicher sind Anleihen gegen Zinsveränderungen. Zudem sinkt damit das Risiko, ein Papier vorzeitig verkaufen zu müssen. In der Regel sollten Anleger derzeit die Restlaufzeit auf etwa fünf Jahre begrenzen.

Gute Papiere durchhalten. Wer auf solvente Schuldner gesetzt hat, die seit Jahren ein stabiles Geschäftsmodell vorweisen, braucht sich selbst durch scharfe Zinsveränderungen nicht verunsichern lassen. Damit lassen sich Anleiheinvestments bis zur Fälligkeit planen, das bringt Ruhe ins Depot.

Bei Kurseinbrüchen kaufen. Besonders bei Unternehmensanleihen mit kleinerem Nennwert können Zinsturbulenzen zu hohen, vorübergehenden Kursverlusten führen. Bei soliden Unternehmen (regelmäßiger Gewinn, sichere Kapitalausstattung) eröffnet dies Kaufgelegenheiten.

Mut zu Fremdwährungen. Weil der Euro so wacklig ist, lässt sich über andere Währungen das Gesamtrisiko des Depots senken – und es entstehen sogar Extra-Chancen. Zudem ist in den meisten Fremdwährungen das Zinsniveau höher. Derzeit vielversprechend ist ein Mix aus klassischen Alternativwährungen (US-Dollar, Franken) und dynamischen Aufsteigern (Indische Rupie, Neuseeländischer Dollar).

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