Strukturierte Fonds
Zertifizierter Wein in neuen Fonds-Schläuchen

Die Zertifikate-Branche zählt nicht zu den Gewinnern der kommenden Steuerreform. Mit strukturierten Fonds gibt es jedoch eine neue Alternative zu Zertifikaten. Außen Fonds, innen Zertifikatestruktur, haben diese einen Vorteil: Werden sie länger als zwölf Monate im Depot gehalten, sind Gewinne steuerfrei – auch noch nach 2008.

Die Zertifikate-Branche ist der Verlierer der jüngsten Steuerreform. Anleger, die jetzt in Zertifikate investieren und ihre Papiere erst nach dem 30.06.2009 verkaufen, werden vom Finanzamt zur Kasse gebeten. Ab dem 1.7.2009 werden dann 25 plus X Prozent vom Gewinn direkt von der Depotbank an die Staatskasse überwiesen. Das X besteht aus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, variiert also je nach Religionszugehörigkeit.

Für die Fondsbranche, die seit Jahren Marktanteile an die Zertifikate-Konkurrenz verliert, bietet die aktuelle Situation die Chance zu einer kleinen Revanche: Fonds profitieren noch bis Ende 2008 von einer Altbestandsregelung, die für Zertifikate gestrichen wurde: Wer sein Vermögen bis spätestens 31. Dezember 2008 in Fonds investiert, muss die damit erzielten Gewinne nicht versteuern, wenn er die Anteile länger als 12 Monate im Depot hält.

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Zunächst noch vorsichtig agierend, haben sich die Fonds-Emittenten mittlerweile aus der Deckung gewagt und werben offen mit den steuerlichen Vorteilen von Fondslösungen. Dazu gehören beispielsweise spezielle Fonds für vermögende Privatkunden, die quasi wie Vermögensverwaltungen funktionieren. Das funktioniert so: Unter einem Fondsmantel werden die Wertpapiere des Kunden zusammengefasst. Umschichtungen innerhalb des Fonds sind in der Folge steuerneutral. So lassen sich Vermögen auch weit über das Jahr 2009 hinaus verwalten, ohne einen Cent an das Finanzamt überweisen zu müssen.

Die Altbestandsregel gilt aber nicht nur für vermögensverwaltende, sondern allgemein für Investmentfonds. Der Gedanke lag also nahe, die Zeit bis zum Inkrafttreten der Steuerreform zu nutzen und auch Zertifikate weitestgehend steuerneutral im Fondsmantel zu verpacken. Die Idee dahinter: Innerhalb einer Fondsverwaltung können Zertifikate ge- und verkauft werden, ohne dass die dabei erzielten Gewinne versteuert werden müssen. Zertifikate-Fonds gibt es zwar schon seit ein paar Jahren am Markt – sie investieren ihr Kapital beispielsweise in eine Auswahl an Discount- und/oder Bonus-Zertifikaten. Doch seit geraumer Zeit offerieren die ersten Emittenten auch so genannte strukturierte Fonds – rechtlich und steuerlich ein Fonds, aber strukturiert wie ein Zertifikat.

Beispiele dafür bietet die Luxemburger Fondsgesellschaft HVB Structured Invest. Das Tochterunternehmen der Hypo-Vereinsbank hat bereits vor einem Jahr drei Fonds aufgelegt, deren Struktur stark an bekannte Zertifikatetypen erinnert. Der TopGeld 97 (WKN: A0LCHH) und der TopGeld 90 (WKN: A0KEBT) funktionieren weitestgehend wie Lock-In-Garantiezertifikate: Der überwiegende Teil des Fondsvermögens wird geldmarktnah angelegt. „Den Performance-Kick erhalten die Papiere dadurch, dass beim TopGeld 97 maximal drei Prozent und beim TopGeld 90 maximal zehn Prozent des Kapitals in eine Renditekomponente investiert wird, die an die Wertentwicklung des Dow Jones Euro Stoxx 50 Index gekoppelt ist“, erklärt Holger Schmid von der Hypo-Vereinsbank. Mindestens 97 beziehungsweise 90 Prozent des höchsten bereits erreichten Kursniveaus werden monatlich als Mindestrückzahlungsbetrag fixiert und damit auch garantiert. So ähnlich lesen sich auch die Beschreibungen der HVB All-Time-High-Zertifikate.

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