Studie
Auf lange Sicht triumphieren Aktien

Die Börse macht es Neueinsteigern nicht leicht. Per „Tag der Aktie“ lockten im März Direktbanken beim Dax-Stand von über 12.000 Punkten Privatanleger. Der Index liegt jetzt tiefer – doch langfristig überzeugen Aktien.
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New YorkSind Aktien, vor allem angetrieben durch eine großzügige Geldpolitik aller großen Notenbanken, inzwischen viel zu teuer? Diese Sorge haben viele Investoren – und je länger der Bullenmarkt dauert, desto mehr. Das US-Investmenthaus Neuberger Berman glaubt an eine Fortsetzung des Zyklus – gerade wegen der Notenbanken.

„So wie bessere Ernährung, Medizin und Training im vergangenen Jahrhundert zu einer Verdoppelung der Lebenserwartung geführt haben, sorgen die Notenbanken mit neuen Elixieren wie Null-Zinsen und Anleihekäufen für eine Verlängerung des Bullenmarktes“, schreiben die Experten dort optimistisch. Aus ihrer Sicht sollte es sich daher weiterhin lohnen, etwas mehr Risiko einzugehen – trotz der anstehenden Zinserhöhung der US-Notenbank, die freilich aller Voraussicht nach sehr vorsichtig ausfallen wird.

Aus Sicht von Neuberger versprechen fast alle Zinspapiere in den kommenden zwölf Monate nur unterdurchschnittliche Erträge. Ganz leicht überdurchschnittlich schätzen sie allein Hochzinsanleihen und Zinspapiere aus Schwellenländern ein. Gerade Zinspapiere mit hohen Renditen gelten anderen Experten inzwischen aber schon als zu teuer.

Aktien versprechen aus Sicht von Neuberger überdurchschnittliche Renditen. Das gilt allerdings in den USA eher für kleinere als für größere Unternehmen. Außerhalb Amerikas schätzen die Experten für Aktien der Industrieländer die Chancen als gut ein, für die der Schwellenländer dagegen nur als mäßig.

Für Investoren, die sehr langfristig denken, stellt sich immer wieder auch die Frage: Welche Papiere haben historisch am meisten gebracht? Keppler Management hat zu dem Zweck die Jahre 1926 bis 2014 untersucht – allerdings nur für die USA. Das Ergebnis ist eindeutig:  Aktien brachten im Schnitt pro Jahr 10,1 Prozent Rendite, Anleihen 5,3, Gold 4,7 und Wohnimmobilien 3,7 Prozent. Wer Aktien mindestens 15 Jahre hielt, hat auf jeden Fall ein positives Ergebnis erzielt – bei Anleihen galt das freilich schon ab drei Jahren. Ab 21 Jahren haben die Anleger in jedem Fall mit Aktien besser abgeschnitten als mit jeder anderen Anlageklasse.

Aber die Studie enthält auch eine Warnung: Wer aus dem Markt taktisch ein- und aussteigt, kann sich leicht um den Ertrag bringen. Ein Dollar, der über den gesamten Zeitraum von 89 Jahren in Aktien angelegt wurde, wuchs auf 5.317 Dollar. Wenn aber nur die besten vier Prozent aller Monate in diesem Zeitraum fehlten, lag das Endergebnis lediglich bei 21,83 Dollar.

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