Studie

Auf lange Sicht triumphieren Aktien

Die Börse macht es Neueinsteigern nicht leicht. Per „Tag der Aktie“ lockten im März Direktbanken beim Dax-Stand von über 12.000 Punkten Privatanleger. Der Index liegt jetzt tiefer – doch langfristig überzeugen Aktien.
Kommentieren
Was spricht für, was gegen Aktien?
Pro: Kursgewinne
1 von 8

Wer zum richtigen Zeitpunkt einsteigt, dessen Einsatz lohnt sich allein dank steigender Kurse. Wer zum Beispiel Anfang 1997 zur Rückkehr des Firmengründers Steve Jobs 1000 Dollar in Papiere des am Boden liegenden Computerbauers Apple steckte, ist heute mehr als 200 000 Dollar reicher. Apple ist inzwischen das wertvollste Unternehmen der Welt.

Pro: Dividenden
2 von 8

Viele Unternehmen beteiligen ihre Anteilseigner am Geschäftserfolg. Bei Europas größtem Versicherer Allianz fällt die Gewinnbeteiligung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2014 besonders üppig aus: Der Münchner Dax-Konzern schüttet 6,85 Euro Dividende je Aktie aus. Viele andere Dax-Konzerne heben ihre Dividende an. K+S hebt sie um 25 auf 90 Cent, Continental will statt 2,50 nun 3,25 Euro je Aktie ausschütten.

Pro: Miteigentümer
3 von 8

Wer Aktien kauft, kauft einen Unternehmensanteil. Mit dem Geld werden neue Geschäftsideen oder der Ausbau des bestehenden Geschäfts finanziert. Das trägt im Idealfall auch dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden oder zumindest erhalten bleiben. Angesichts des schwachen Euros und der damit verbundenen verbesserten Ausgangslage des Exportgeschäfts, kann man als Miteigentümer eines Exportunternehmen Geld verdienen.

Pro: Anlagenotstand
4 von 8

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft. Davon profitieren zwar Kreditnehmer, andererseits wird die bei vielen Deutschen so beliebte Geldanlage auf Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonten kaum noch belohnt. Dass die Menschen zunehmend selbst fürs Alter vorsorgen müssen, zwingt sie dazu mehr Risiko einzugehen. Für ein annehmbares Risiko bekommen sie auf dem Aktienmarkt akzeptable Renditen.

Kontra: Aufs falsche Pferd setzen
5 von 8

Die „Volksaktie“ Telekom startete im November 1996 bei 28,50 Deutsche Mark (14,57 Euro) und kletterte bis März 2000 auf umgerechnet knapp über 100 Euro. Aktuell ist die T-Aktie noch gut 17 Euro wert. Fachleute raten ohnehin dazu, Geld nicht nur in einen Titel zu stecken, sondern möglichst breit zu investieren und die Aktien mehrerer Unternehmen ins Depot zu nehmen, um Schwankungen ausgleichen zu können. Ein zu breite Streuung ist allerdings ebenfalls nicht erbaulich für das Depot, da sonst Gewinne durch Verluste anderer Titel vernichtet werden können.

Kontra: Zum falschen Zeitpunkt einsteigen
6 von 8

Gerade Kleinanleger lassen sich oft von einem Börsenhype mitreißen und steigen ein, wenn die Kurse schon vergleichsweise hoch sind – etwa, weil dann viel darüber berichtet wird. Profi-Investoren machen dann längst schon wieder Kasse und sorgen durch Verkäufe dafür, dass die Kurse wieder sinken. Daher sollten Kleinanleger sich über die Aktienmärkte nicht erst informieren, wenn viel auf ihnen los ist, sondern bereits vorher.

Kontra: Gebühren
7 von 8

Börsenbetreiber und Banken verdienen beim Kauf und Verkauf von Aktien und Fondsanteilen mit. Verbraucherschützer kritisieren, die Gebührenstruktur sei bisweilen unübersichtlich – zulasten der Kunden.

New YorkSind Aktien, vor allem angetrieben durch eine großzügige Geldpolitik aller großen Notenbanken, inzwischen viel zu teuer? Diese Sorge haben viele Investoren – und je länger der Bullenmarkt dauert, desto mehr. Das US-Investmenthaus Neuberger Berman glaubt an eine Fortsetzung des Zyklus – gerade wegen der Notenbanken.

„So wie bessere Ernährung, Medizin und Training im vergangenen Jahrhundert zu einer Verdoppelung der Lebenserwartung geführt haben, sorgen die Notenbanken mit neuen Elixieren wie Null-Zinsen und Anleihekäufen für eine Verlängerung des Bullenmarktes“, schreiben die Experten dort optimistisch. Aus ihrer Sicht sollte es sich daher weiterhin lohnen, etwas mehr Risiko einzugehen – trotz der anstehenden Zinserhöhung der US-Notenbank, die freilich aller Voraussicht nach sehr vorsichtig ausfallen wird.

Aus Sicht von Neuberger versprechen fast alle Zinspapiere in den kommenden zwölf Monate nur unterdurchschnittliche Erträge. Ganz leicht überdurchschnittlich schätzen sie allein Hochzinsanleihen und Zinspapiere aus Schwellenländern ein. Gerade Zinspapiere mit hohen Renditen gelten anderen Experten inzwischen aber schon als zu teuer.

Aktien versprechen aus Sicht von Neuberger überdurchschnittliche Renditen. Das gilt allerdings in den USA eher für kleinere als für größere Unternehmen. Außerhalb Amerikas schätzen die Experten für Aktien der Industrieländer die Chancen als gut ein, für die der Schwellenländer dagegen nur als mäßig.

Für Investoren, die sehr langfristig denken, stellt sich immer wieder auch die Frage: Welche Papiere haben historisch am meisten gebracht? Keppler Management hat zu dem Zweck die Jahre 1926 bis 2014 untersucht – allerdings nur für die USA. Das Ergebnis ist eindeutig:  Aktien brachten im Schnitt pro Jahr 10,1 Prozent Rendite, Anleihen 5,3, Gold 4,7 und Wohnimmobilien 3,7 Prozent. Wer Aktien mindestens 15 Jahre hielt, hat auf jeden Fall ein positives Ergebnis erzielt – bei Anleihen galt das freilich schon ab drei Jahren. Ab 21 Jahren haben die Anleger in jedem Fall mit Aktien besser abgeschnitten als mit jeder anderen Anlageklasse.

Aber die Studie enthält auch eine Warnung: Wer aus dem Markt taktisch ein- und aussteigt, kann sich leicht um den Ertrag bringen. Ein Dollar, der über den gesamten Zeitraum von 89 Jahren in Aktien angelegt wurde, wuchs auf 5.317 Dollar. Wenn aber nur die besten vier Prozent aller Monate in diesem Zeitraum fehlten, lag das Endergebnis lediglich bei 21,83 Dollar.

Startseite

0 Kommentare zu "Studie: Auf lange Sicht triumphieren Aktien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%