Studie des Bankverbands
Junge Menschen haben kaum Ahnung von der Börse

Bei Schülern und jungen Erwachsenen wächst das Interesse an Wirtschaftsfragen – viele wünschen sich sogar ein eigenes Schulfach. Das scheint auch dringend nötig, denn eine Studie offenbart immense Wissenslücken.
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FrankfurtWas geschieht eigentlich an der Börse? Sechs von zehn Jugendlichen sagen selbst, dass sie davon keine Ahnung haben. Das geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die der Bankenverband am Mittwoch veröffentlich hat. Immerhin: Insgesamt hat sich das Wirtschaftswissen der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland in den vergangenen Jahren etwas verbessert. Während 2012 in der zuletzt veröffentlichten Jugendstudie noch 47 Prozent der Befragten schlechte oder sehr schlechte ökonomische Kenntnisse hatten, verringerte sich diese Zahl auf jetzt 39 Prozent.

Die Wissenslücken sind aber immer noch groß. Was eine Aktie ist, haben 78 Prozent der Jugendlichen richtig beantwortet. Bei der Bedeutung von „Rendite“ waren jedoch 59 Prozent überfragt und auch dass die Europäische Zentralbank für Preisstabilität zuständig ist, wussten bloß 47 Prozent. Begleitet wird dieses fehlende Wissen von einem Mangel an Interesse. 29 Prozent interessieren sich kaum oder gar nicht für Wirtschaft, 36 Prozent zumindest etwas, aber starkes oder gar sehr starkes Interesse bekunden nur 34 Prozent.

Dabei zeigen diese Zahlen sogar schon einen Fortschritt, denn 2012 waren nur 22 Prozent stark oder sehr stark interessiert. Das war der schwächste Wert, der in den fünf Jugendstudien, die der Bankenverband seit 2003 veröffentlicht hat, jemals gemessen wurde. „Damals haben wir deutlich die Folgen der Finanzmarktkrise gespürt. Die komplexen und für viele nur schwer verständlichen Negativthemen hatten viele Jugendliche eher abgeschreckt, sich mit ökonomischen Fragen und Finanzthemen zu befassen“, bewertet Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, diese Entwicklung.

Das Interesse kommt also zurück und zugleich messen Jugendliche den Informationen darüber, wie Wirtschaft funktioniert, heute wieder eine größere Bedeutung bei. 67 Prozent halten sie für wichtig oder sehr wichtig – vor drei Jahren waren nur 54 Prozent dieser Meinung. Doch auch dieser Wert war 2012 im Vergleich zu den in den Vorjahren gemessenen Ergebnissen besonders schwach ausgefallen. Danach gefragt, von wem sie solche Informationen erwarten, nennen die meisten Jugendlichen die Schule (57 Prozent) und die Medien (56 Prozent). Von Eltern und Banken erwarten nur je 20 Prozent die Vermittlung von Wirtschaftswissen.

Die Erwartungen an die Eltern sind also gering. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigte jüngst jedoch, dass die finanzielle Erziehung durch die Eltern sowie Kindheitserfahrungen mit Geld einen größeren Einfluss auf die finanzielle Bildung haben als die Schule. Dabei gehe es nicht allein um Wissen, sondern auch darum, Normen und Verhaltensweisen zu lernen, sagt Antonia Grohmann, DIW-Ökonomin und Mitautorin der Studie „Diese wiederum beeinflussen dann das finanzielle Verhalten“, so die Wissenschaftlerin. „Wenn ein Kind ein Bankkonto führt, trainiert dies ein Verhalten, das sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann. Kinder zum Sparen und Budgetieren anzuhalten, kann also viel bewirken.“

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Kommentare zu " Studie des Bankverbands: Junge Menschen haben kaum Ahnung von der Börse"

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  • Herr C. Falk@
    Alles darf vermittelt werden nur nicht die Sache mit dem Geld.
    Wenn das rauskommt, massenhaft, brennt die Hütte.

  • Frauke Schludewig@
    Es drängt sich der Verdacht auf, daß man sich nicht erklärt, weil man sonst lügen würde.

  • Konfuzius? Ganz richtig.

    Dsi Hia sprach:" Ausgebreitete Kenntnisse erwerben und fest aufs Ziel gerichtet sein, ernstlich fragen und vom Nahen aus denken: Dain liegt Sittlichkeit"

    "g"

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