Studie: Investmentkultur ist unterdurchschnittlich
Deutsche beschäftigen sich zu wenig mit der Geldanlage

Das Thema Geldanlage ist für die Deutschen etwa so attraktiv wie ein Zahnarztbesuch – unangenehm, aber notwendig. Diesen Vergleich zog Hans Joachim Reinke, im Vorstand der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Asset Management Holding verantwortlich für das Privatkundengeschäft, bei der Vorstellung einer Umfrage zum Thema „Investmentkultur“.

rez FRANKFURT/M. Die deutschen Privatinvestoren haben beim Thema Geldanlage deutlichen Nachholbedarf, lautet das Ergebnis einer Studie der Fondsgesellschaft Union Investment in Zusammenarbeit mit Roland Berger Market Research zum Thema Investmentkultur. Besonders ausgeprägt sei die Risikoscheu der Anleger. Fast 10 000 Privatpersonen wurden befragt.

Mit Hilfe eines Investmentkultur-Indexes stellt die Union Investment allerdings fest, dass die deutsche Investmentkultur „ausbaufähig“ sei. So zeigten die Menschen, getrieben durch die Altersvorsorge-Debatte, eine eher abstrakte Bereitschaft, selbst für ihre Geldanlage Verantwortung zu übernehmen. Besonders junge Menschen äußerten ein großes Bedürfnis nach Informationen.

Aus der Umfrage, die zu den umfassendsten Untersuchungen zu diesem Thema zählt, lasse sich mit Blick auf das Thema eine extrem schwache Handlungsbereitschaft ableiten, sagte Union-Vorstand Wolfgang Mansfeld. Dies stehe oft in Verbindung zu geringem Wissen, einer niedrigen Motivation und einer negativen Grundhaltung gegenüber dem Thema Geldanlage. Da Privatanleger zudem ungern Risiken eingehen wollen, verwundert es nicht, dass der aus diesen Komponenten ermittelte Investmentkulturindex auf einer Skala zwischen null und hundert bei unterdurchschnittlichen 41,5 Punkten liegt.

Auch wenn eine Mehrheit der Deutschen ihre Altersvorsorge als nicht ausreichend ansieht, gaben in der Umfrage nur vier Prozent an, konkret etwas dagegen tun zu wollen. Vielen fehle trotz des abstrakten Bewusstseins, etwas tun zu müssen, die Einsicht, dass Gewinn und Verlust der Anlage zur Eigenverantwortung dazu gehöre, sagte Mansfeld. Als Grund dafür nennt er mangelndes Wissen und eine extrem niedrige Risikobereitschaft.

Wie schlecht es um das Thema Bildung im Finanzbereich bestellt ist, zeigen auch andere Statistiken. Rund 40 Prozent aller Berufstätigen wissen laut einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nicht, wovon sie im Alter leben wollen. Die ausgeprägte Risikoscheu der Deutschen führt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) auch auf mangelndes Wissen zurück. In der Folge liefen Privatanleger kurzfristigen Trends hinterher, um nichts zu verpassen, statt langfristig systematisch auf Wertentwicklung zu achten.

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