Studie
Profi-Anleger bleiben vorsichtig

Die internationalen Vermögensverwalter halten ein Szenario mit niedrigem Wachstum und relativ hoher Inflation für wahrscheinlich. Trotzdem hat sich ihre Stimmung etwas aufgehellt, zeigt eine Studie.

FRANKFURT. Internationale Vermögensverwalter zeigen sich zwar nicht mehr in so düsterer Stimmung wie noch vor wenigen Wochen, halten aber nach wie vor ein Szenario mit niedrigen globalen Wachstumsraten und einer vergleichsweise hohen Inflation für wahrscheinlich (Stagflation). Vor diesem Hintergrund halten sie weiter einen erhöhten Anteil ihrer Portfolios liquide, haben allerdings im Zuge der zuletzt leicht steigenden Aktienkurse ihren Anteil an Dividendentiteln minimal ausgebaut. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch unter 202 internationalen Fondsmanagern, die insgesamt ein Vermögen von 659 Mrd. Dollar verwalten.

Wie in den vergangenen Monaten rechnen zwei Drittel der Fondsmanager mit einem sich weiter abschwächenden Wirtschaftswachstum. Der Anteil derer, die eine globale Rezession fürchten, ist sogar auf über ein Drittel gestiegen. Allerdings scheinen die Vermögensverwalter das Thema Inflation etwas entspannter zu sehen: Trotz weiter gestiegener Rohstoffpreise rechnen nur noch gut 40 Prozent der Befragten mit einem weiter anziehenden Preisniveau. Im März war es noch knapp die Hälfte.

Nach wie vor hat fast die Hälfte der Fondsmanager liquide Mittel im Portfolio übergewichtet. Sie halten allerdings mit 4,2 Prozent deutlich weniger Cash als noch im März, als sie 4,9 Prozent liquide Mittel im Portfolio hatten. Im Zuge der leichten Erholung an den Aktienmärkten haben die Vermögensverwalter ihr Untergewicht bei Aktien leicht verringert. Aktuell geben noch 41 Prozent an, Dividendentitel unterzugewichten. Im März war es knapp die Hälfte. Dafür hat sich ihre Abneigung gegen Anleihen offenbar verstärkt. Die meisten Fondsmanager gewichten Bonds im Vergleich zu ihren Börsenmesslatten unter, im März taten dies nur 44 Prozent. Aktien gelten für knapp die Hälfte der Vermögensverwalter denn auch wieder als unterbewertet, Anleihen weiter als teuer. In Sachen Währungen halten die meisten Fondsmanager den Dollar für unterbewertet, den Euro und auch das Pfund für überbewertet.

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