Studie untersucht Corporate-Governance-Praktiken – Bei den Dax-Werten erhält Adidas Salomon gute Noten
Selbstkontrolle hilft dem Aktienkurs

Ehrlichere Firmen erzielen für ihre Anleger bessere Gewinne. Das zeigt eine Studie des US-Forschungsinstituts Governance Metrics International.

HOUSTON. Seit den Bilanzskandalen von Enron und Worldcom ist die angemessene Unternehmensführung, Corporate Governance, das Gebot der Stunde. Erst Anfang November verabschiedete die US-Börsenaufsicht neue, verschärfte Regeln zur Unternehmenskontrolle bei Nyse- und Nasdaq-Unternehmen. Unter anderem müssen unabhängige Direktoren in Zukunft die Mehrheit in den Aufsichtsräten der Unternehmen haben, und es gibt strengere Regeln dazu, welche Mitglieder als unabhängig eingestuft werden können.

Die Zahl der Konzerne wächst, die ihren Anlegern eine bessere Transparenz der Geschäfte bieten wollen. Sie gewähren den Investoren Einblick in die Finanzlage, in die Bezahlung der leitenden Portfolio- Manager und Analysten und in Beziehungen zu anderen Firmen, die zu einem Interessenskonflikt führen könnten. Erst in der vergangenen Woche benannte der skandalumwitterte US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac einen Professor von der Universität Delaware als Corporate-Governance-Berater. Er soll dem Aufsichtsrat helfen, die laufenden Geschäfte und die Firmenleitung unter die Lupe zu nehmen.

Die offenherzige Unternehmenspolitik scheint sich auszuzahlen. Die Experten der jetzt vorliegenden Studie bewerteten rund 1 600 börsennotierte Firmen aus 15 Ländern nach Kriterien wie Durchschaubarkeit der Unternehmensbilanzen, Aktionärsrechte und Bezahlung der Führungskräfte. Anschließend untersuchten sie, wie viel Gewinn die Aktien für ihre Anleger erzielten, also durch Dividenden und Kurssteigerung. Das Studienergebnis: Das Niveau der Selbstkontrolle schlägt sich deutlich im Gesamtertrag für die Anleger nieder. Über einen Zeitraum von zehn Jahren brachten die Aktien gut bewerteter Unternehmen einen Gewinn von etwa 11 %, während Aktien mit den schlechtesten Noten im Schnitt rund 2 % Verluste einfuhren. Der Durchschnitt aller Aktien lag bei knapp unter 9 %. Bereits auf kurze Sicht, innerhalb von einem Jahr, erzielten die Aktien mit guter Unternehmensführung einen Ertrag von fast 11 % und zogen damit den schlecht bewerteten mit nur rund 3 % Plus davon.

„Der Zusammenhang zwischen schwacher Selbstkontrolle und schlechtem Abschneiden am Markt ist ganz deutlich“, sagt Gavin Anderson, Gründer und CEO von Governance Metrics. „Wonach wir bei Unternehmen idealer Weise suchen, ist ein Ehrenkodex von Rechenschaft und Anstand. Wenn eine Firma so eine Kultur entwickelt hat, wird sie ihre Angestellten auch im Alltagsgeschäft zur Verantwortung ziehen. Und das zeigt sich letztlich auch im Unternehmensergebnis."

Seite 1:

Selbstkontrolle hilft dem Aktienkurs

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%