Studie von JPMorgan
US-Investoren setzen auf aktives Aktienmanagement

Nach einer Studie von JPMorgan verfolgen Institutionelle diesseits und jenseits des Atlantiks unterschiedliche Anlagestrategien.

HB FRANKFURT. Institutionelle Anleger in den USA und Europa wollen ihre Aktienbestände anders ausrichten. Amerikas Großinvestoren rücken aktive Anlagekonzepte und damit Hoffnungen auf überdurchschnittliche Erträge in den Vordergrund. Europäische Großinvestoren planen dagegen eine Verstärkung sowohl ihrer aktiv als auch ihrer passiv, nach Indexvorgabe gesteuerten Engagements. Das belegt eine dem Handelsblatt vorliegende vergleichende Studie von JPMorgan Asset Management. Es nahmen 125 US-Institutionen und 193 europäische Großinvestoren mit jeweils rund 1 000 Mrd. Euro an verwaltetem Vermögen teil („New Sources of Return Surveys“).

Im Zuge sinkender Wertpapierrenditen suchen institutionelle Anleger nach zusätzlichen Ertragsquellen und besserer Risikosteuerung. Sowohl die Ausgangslage mit Blick auf die Depotstruktur als auch die Zwänge auf beiden Kontinenten unterscheiden sich grundlegend. In den USA stecken 63 Prozent der Gelder in Aktieninvestments, in Kontinentaleuropa lediglich 38 Prozent. Außerdem erkennt Jens Schmitt, bei JPMorgan Asset Management Leiter des institutionellen Geschäfts für Kontinentaleuropa: „In Amerika ist der Druck, höhere Erträge erzielen zu müssen, deutlich größer als in Europa.“ Seiner Rechnung nach kalkulieren die US-Pensionsfonds mit einem durchschnittlichen Jahresertrag von 8,6 Prozent, die kontinentaleuropäischen Institutionen dagegen nur mit sechs Prozent.

In den USA steht aus diesem Grund eine Verstärkung des aktiven Aktienmanagements im Vordergrund, bei dem der beauftragte Vermögensverwalter eine höhere Rendite zu erzielen versucht als eine vorgegebene Börsen-Messlatte. Insgesamt 31 Prozent der Befragten wollen hier mehr tun. Die europäischen Anleger planen dagegen eine spürbare Reduzierung der Aktienengagements mit begrenzt aktivem Management, bei dem Grenzen für die Abweichung von einem Index vorgegeben werden. Rund 27 Prozent der Befragten signalisieren im Gegenzug eine Erhöhung der Bestände, die ohne Einschränkung der Anlagefreiheiten des Verwalters von diesem verwaltet werden. Zum anderen wollen 18 Prozent die rein passiv verwalteten Aktienbestände stärken.

Diese Polarisierung der europäischen Depots ist für Schmitt wie auch andere Experten Ausdruck einer fortschreitenden Spaltung der Portfolios in passiv gemanagte Kernbestände für Basisanlagen und aktiv verwaltete Beimischungen zur Erzielung höherer Renditen – etwa durch Schwellenländeraktien oder alternative Investments wie Private Equity.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%