Südkorea und Taiwan steigen aus dem Kreis der Schwellenländer auf – Daraus ergeben sich neue Investmentideen
Hoffnungsvoller Nachwuchs fürs Depot

Glaubt man den nüchternen Zahlen, kennt die Schwellenländereuphorie der Investoren derzeit keine Grenzen. Der internationale Bankenverband IIF schätzt, dass die privaten Kapitalflüsse in Schwellenländer (Emerging Markets) in diesem Jahr mit 345 Mrd. Dollar Rekordniveau erreichen werden. In der Folge kletterte auch der MSCI-Emerging-Markets-Index als Leitindex der meisten Schwellenländerfonds seit Jahresbeginn um 19,5 Prozent; seit 2001 hat er sich mehr als verdoppelt.

HB DÜSSELDORF.Doch der Kreis der Schwellenländer ändert sich. Die einstigen Tigerstaaten Südkorea und Taiwan, aber auch Israel haben zu den großen Industrieländern aufgeschlossen und werden wohl in absehbarer Zeit auch aus den Emerging-Markets-Indizes herausfallen. Anleger können jetzt chancenreiche Wetten auf die Nachrücker eingehen.

Viele Gründe sprechen dafür, den so genannten Bric-Fonds besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sie investieren in die Aktienmärkte Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas. Experten wie Chefvolkswirt Jim O’Neill von Goldman Sachs trauen diesen vier Ländern nicht nur das höchste Wachstum aller Länder überhaupt in den kommenen Jahrzehnten zu. Ein Engagement in Bric-Staaten verspricht auch vor dem Hintergrund künftiger Indexveränderungen hohe Renditen.

Mit einer Gewichtung von zusammen 32 Prozent sind Südkorea und Taiwan derzeit mit Abstand die Schwergewichte im Morgan Stanley Capital Index (MSCI) für Emerging Markets, der den meisten global anlegenden Investmentfonds für aufstrebende Märkte als Orientierung dient. Entsprechend hoch gewichtet sind beide Tigerstaaten auch in großen Schwellenländerfonds. Alleine südkoreanische Aktien bringen derzeit annähernd so viel auf die „Index-Waage“ wie Aktien aus China, Indien und Russland zusammen.

Kritiker monieren, diese Gewichtung und damit auch die Anlagen der Fonds seien ein Zerrbild der realen wirtschaftlichen Verhältnisse. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von rund 21 400 Dollar gehört Südkorea ökonomisch längst zu den entwickelten Nationen. Auch Taiwan erwirtschaftet ein BIP pro Kopf von rund 26 000 US-Dollar und lässt damit Volkswirtschaften wie Portugal, Spanien oder Griechenland hinter sich. „Ich glaube nicht, dass Fonds mit einer hohen Gewichtung von Taiwan und Südkorea noch den Charakter echter Schwellenländerfonds haben“, urteilt Thomas Gerhardt, Manager des DWS Bric Plus Fonds.

Für Experten steht daher außer Frage, dass Südkorea und Taiwan in naher Zukunft den MSCI-Emerging-Markets-Index verlassen werden. Über den genauen Zeitpunkt schweigt sich der Indexanbieter aus. Neben harten Kriterien wie dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf berücksichtigt Morgan Stanley bei der Indexzusammensetzung auch den Marktzugang, die Liquidität und die Krisenresistenz der Märkte.

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