T-Online ist klarer Marktführer: Bei Internetaktien kommt es auf Details an

T-Online ist klarer Marktführer
Bei Internetaktien kommt es auf Details an

Bei den Aktien der großen Internet-Provider trennt sich allmählich die Streu vom Weizen. Denn das Geschäft mit den Zugängen zum weltweiten Netz wird immer schwieriger. Vor allem, da neue, kleine Anbieter mit günstigen Tarifen den ehemaligen Monopolisten die Kunden abjagen.

DÜSSELDORF. So zersplittert der Markt in Europa auch ist, der klare Marktführer bleibt mit rund 13 Mill. Kunden T-Online – gefolgt von der France Telekom-Tochter Wanadoo Abgeschlagen auf Platz drei – aber noch vor AOL Europe – liegt der italienische Provider Tiscali. Doch Größe allein ist nicht entscheidend. Denn die Zeiten, in denen die Konzerne und deren Aktien vor allem von steigenden Kundenzahlen profitierten, sind längst vorbei.

Viele Neukunden würden mittlerweile von regionalen Anbietern mit günstigeren Tarifen angelockt, sagt Ralf Hallmann, Anlageexperte bei der Bankgesellschaft Berlin. Daher werde für die Branchenriesen das interne Wachstum immer wichtiger. Das heißt, die bereits vorhandenen Kunden müssen die alten Verbindungen kappen und zu den neuen, margenstärkeren DSL-Anschlüssen wechseln.

Somit wird für die Aktien der Unternehmen, die den Trend zu den schnelleren Breitbandanschlüssen verpasst haben, die Luft langsam dünn. Das trifft vor allem die Titel der italienischen Tiscali, die sich bei der Einführung von DSL zurückgehalten hat. Thilo Gorlt von der BayernLB rät daher bei den Aktien der Italienern nur zum „halten“, während er den Titeln der Franzosen und Deutschen eine überdurchschnittliche Marktentwicklung zutraut.

„Wanadoo und T-Online haben im Vergleich zu anderen großen Anbietern bereits sehr früh auf die Breitbandanschlüsse gesetzt“, sagt Hallmann. Damit sind sie jetzt nicht nur technisch den anderen Anbieter weit voraus, sondern können auch leichter ihre Kunden zu einem Wechsel bewegen.

Entscheidend dafür sei es, durch entsprechende Portale das High- speed-Internet attraktiver zu machen, sagt Hallmann. Dazu dienen vor allem Dienste, bei denen große Datenmengen in kurzer Zeit verschickt werden müssen – wie etwa Video-on-Demand oder Download- Plattformen zum „Runterladen“ von Musik. „Wer schon jetzt einen großen Anteil an DSL-Kunden hat, kann solche Angebote effizienter einführen und ausbauen“, erklärt Andres Heinold, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Da bei T-Online und Wanadoo der Anteil an DSL-Nutzern schon bei über 20 % liegt, gibt Hallmann für die Telekom-Tochter einen fairen Wert von 12,50 Euro (gestern 10,65 Euro) an und empfiehlt die Titel des französischen Marktführers zum Kauf. Von den Tiscali-Papieren rät er indes ab.

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